Lenormand Keltisches Kreuz: 10 Karten online legen – Positionen, Deutung und Anleitung

Lenormand Keltisches Kreuz: Notizzettel mit der Frage, woran die Sache hängt, und drei Karten mit Kompass, keltischem Kreuz und Schlüssel

Kurz gesagt: Das Keltische Kreuz ist das bekannteste Legesystem mit zehn Karten – ursprünglich aus dem Tarot, seit Jahrzehnten auch mit Lenormandkarten gelegt. Sechs Karten bilden das Kreuz: die Situation, was sie kreuzt, ihre Grundlage, ihre Vergangenheit, das Bewusste und die nahe Zukunft. Vier Karten bilden den Stab rechts daneben: Du selbst, Dein Umfeld, Deine Hoffnungen und Ängste und der Ausgang. Hier kannst Du das Keltische Kreuz mit Lenormandkarten kostenlos online legen: Die Situationskarte wird sofort gedeutet, die vollständige Auswertung aller zehn Plätze mit den beiden Achsen und dem Stab bekommst Du gegen Deine E-Mail-Adresse – sofort auf der Seite und zusätzlich als Mail.

Zehn Karten sind viel. Das Keltische Kreuz ist deshalb keine Legung für eine schnelle Frage zwischendurch, sondern für eine Sache, die Dich seit Wochen beschäftigt und bei der eine Antwort nicht reicht: eine Entscheidung mit Vorgeschichte, eine Beziehung mit Umfeld, ein Vorhaben, bei dem Du nicht weißt, woran es hängt. Stell unten Deine Frage, mische und zieh Deine zehn Karten.

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Das Keltische Kreuz

Zehn Lenormandkarten für eine Frage, die mehr als eine Antwort braucht: Das Kreuz links zeigt die Situation, was sie kreuzt, ihre Grundlage, ihre Vergangenheit, das Bewusste und die nahe Zukunft. Der Stab rechts führt von Dir selbst über Dein Umfeld und Deine Hoffnungen zum Ausgang. Kostenlos, ohne Anmeldung; die erste Karte wird sofort gedeutet.

Die Frage wird nicht ausgewertet und nicht gespeichert. Sie steht nur über Deiner Deutung. Das Keltische Kreuz beantwortet keine Ja-Nein-Frage – es legt eine Sache von sechs Seiten auseinander und führt sie zu einem Ausgang. Auf dem Bildschirm liegt die zweite Karte unter der ersten statt quer darüber.

Mische die Karten, um zu beginnen.

Die 10 Positionen im Keltischen Kreuz: Kreuz und Stab

Das Legebild besteht aus zwei Teilen. Links liegt das Kreuz aus sechs Karten: Die erste Karte in der Mitte ist die Situation, die zweite liegt im klassischen Bild quer darüber und kreuzt sie, vier Karten umgeben das Paar unten, links, oben und rechts. Rechts daneben liegt der Stab, vier Karten übereinander, von unten nach oben gelesen. Die Tabelle zeigt jeden Platz mit seiner Frage.

PlatzLageFrage des PlatzesBedeutung
1 – Die SituationMitte des KreuzesWorum geht es?Der Kern der Sache, auf den sich alle anderen Karten beziehen. Wird sofort gedeutet.
2 – Was kreuztquer über Platz 1 (hier: darunter)Was steht dazwischen?Das Hindernis, die Herausforderung – manchmal auch eine Hilfe, die wie ein Hindernis aussieht.
3 – Die GrundlageuntenWas liegt darunter?Die Wurzel der Sache: Antrieb, Angst oder Bedürfnis, das Du nicht aussprichst.
4 – Die VergangenheitlinksWoher kommt es?Was die Situation ausgelöst hat und inzwischen hinter Dir liegt.
5 – Das BewussteobenWas weißt und willst Du?Deine bewusste Haltung, Dein Ziel – und der Rat, der darin steckt.
6 – Die nahe ZukunftrechtsWas kommt als Nächstes?Der nächste Schritt der Sache, wenn es so weitergeht: Wochen, nicht Jahre.
7 – Du selbstStab untenWie stehst Du darin?Deine Haltung und Verfassung in der Sache – wie Du Dich selbst siehst.
8 – Das UmfeldStab, zweite KarteWas wirkt von außen?Menschen, Umstände und Meinungen, die auf die Sache einwirken.
9 – Hoffnungen und ÄngsteStab, dritte KarteWas erhoffst oder fürchtest Du?Oft dieselbe Karte von zwei Seiten gesehen: Was Du Dir wünschst, ist, was Du zu verlieren fürchtest.
10 – Der AusgangStab obenWohin läuft es?Die Tendenz, wenn alles so bleibt, wie die neun Karten davor es zeigen.

Die Nummerierung der vier Karten um das Kreuz ist in den Büchern nicht einheitlich. Arthur Edward Waite, der das Keltische Kreuz 1910 im Pictorial Key to the Tarot veröffentlichte, legte nach der kreuzenden Karte erst oben, dann unten, dann links, dann rechts. Viele deutschsprachige Anleitungen gehen stattdessen im Kreis: unten, links, oben, rechts – so, wie es auch hier gezählt wird. Entscheidend ist nicht die Nummer, sondern die Lage: Unten liegt immer die Grundlage, links immer die Vergangenheit, oben immer das Bewusste, rechts immer das, was kommt. Auf dem Bildschirm liegt die zweite Karte unter der ersten statt quer darüber, weil ein Raster keine Karte drehen kann; gelesen wird sie wie im klassischen Bild.

Keltisches Kreuz legen: Anleitung mit echten Lenormandkarten

Mit einem eigenen Deck wird das Keltische Kreuz in dieser Reihenfolge gelegt. Wichtig ist, die Frage vorher zu formulieren – zehn Karten ohne Frage ergeben zehn Bedeutungen, aber keine Antwort.

  • Frage und Mischen: Formulier die Frage als eine Sache: „Soll ich die Stelle in Hamburg annehmen?“, nicht „Wie wird mein Jahr?“. Mische alle 36 Karten.
  • Das Kreuz: Leg die erste Karte in die Mitte (Situation) und die zweite quer darüber (was kreuzt). Dann die dritte unter das Paar (Grundlage), die vierte links (Vergangenheit), die fünfte darüber (das Bewusste), die sechste rechts (nahe Zukunft).
  • Der Stab: Leg rechts neben dem Kreuz vier Karten übereinander, von unten nach oben: Du selbst, Dein Umfeld, Hoffnungen und Ängste, der Ausgang.
  • Lesen: Erst Platz 1 und 2 zusammen, dann die Zeitachse (4 – 1 – 6), dann die Ebenenachse (5 – 1 – 3), dann den Stab von unten nach oben, zuletzt Platz 9 und 10 als Paar.

Die Lenormand-Besonderheit: Es gibt keine umgekehrten Karten, und jede Karte wird zusammen mit ihren Nachbarn gelesen – die Situation mit der kreuzenden Karte, die nahe Zukunft mit dem Ausgang. Wer die Reihenfolge einmal gelegt hat, braucht keine Anleitung mehr; das Bild erklärt sich selbst.

So deutest Du das Keltische Kreuz mit Lenormandkarten: zwei Achsen und ein Stab

Das Paar in der Mitte

Platz 1 und 2 werden immer zusammen gelesen. Die Situation sagt, worum es geht; die kreuzende Karte sagt, was dazwischenliegt. Der Schlüssel (33) in der Mitte mit Der Berg (21) darüber ist eine Lösung, die auf ein Hindernis trifft; Der Berg (21) in der Mitte mit Der Schlüssel (33) darüber ist ein Hindernis, für das es einen Schlüssel gibt. Dieselben zwei Karten, zwei verschiedene Lagen. Eine freundliche Karte auf Platz 2 ist keine Beruhigung: Sie kreuzt trotzdem – als Ablenkung, als Hilfe, die man nicht annimmt, oder als Gelegenheit, die vorbeigeht.

Die Zeitachse: links, Mitte, rechts

Platz 4, 1 und 6 bilden die Zeitachse. Sie wird wie die Dreierlegung gelesen: woher die Sache kommt, wo sie steht, wohin sie als Nächstes geht. Steigt die Achse – schwere Karte links, leichte rechts –, dann kommt die Sache aus etwas Belastendem und bewegt sich ins Leichtere. Fällt sie, ist der Blick zurück trügerisch: Was gut begann, läuft auf etwas Schwieriges zu, und Platz 6 verdient dann die meiste Aufmerksamkeit.

Die Ebenenachse: oben, Mitte, unten

Platz 5, 1 und 3 bilden die Ebenenachse – das Bewusste über der Situation, die Grundlage darunter. Hier liegt der Punkt, an dem das Keltische Kreuz mehr kann als jede Reihe: Es zeigt, ob das, was Du über die Sache sagst, mit dem übereinstimmt, was sie trägt. Der Ring (25) oben und Die Wege (22) unten beschreibt jemanden, der sich festlegen will und unten noch zwei Wege offenhält. Stimmen oben und unten überein, täuschst Du Dich nicht über Dich selbst; das Problem, wenn es eines gibt, liegt außen.

Der Stab: von Dir zum Ausgang

Die vier Karten rechts werden von unten nach oben gelesen und erzählen, wie Du und Dein Umfeld die Sache zum Ausgang führen. Platz 7 ist Deine Haltung, Platz 8 das, was von außen wirkt, Platz 9 das, was Du erhoffst und fürchtest – oft dieselbe Karte, denn was man sich wünscht, fürchtet man zu verlieren. Platz 10 ist der Ausgang: eine Tendenz, kein Urteil. Er beschreibt, wohin es läuft, wenn alles so bleibt, wie die neun Karten davor es zeigen. Mindestens drei dieser neun Karten – Platz 5, 7 und 9 – hast Du selbst in der Hand.

Beispiel: Berg als Situation, Reiter darüber, Sarg am Ende

Angenommen, die Frage lautet „Soll ich kündigen?“, und die zehn Karten fallen so. Die Tabelle zeigt die Deutung je Platz; darunter steht, wie die Achsen und der Stab zusammengelesen werden.

PlatzKarteDeutung auf diesem Platz
1 – SituationDer Berg (21)Es geht um ein Hindernis: Die Sache steckt fest, und zwar schon länger.
2 – Was kreuztDer Reiter (1)Eine Nachricht mischt sich ein – ein Angebot, eine Information, die Tempo macht.
3 – GrundlageDas Kreuz (36)Darunter liegt Pflichtgefühl: Du bleibst, weil Du glaubst, bleiben zu müssen.
4 – VergangenheitDie Wolken (6)Die Sache begann mit Unklarheit – Zusagen, die nie eindeutig waren.
5 – Das BewussteDer Hund (18)Bewusst hältst Du die Treue: zum Team, zum Chef, zu einem Versprechen.
6 – Nahe ZukunftDer Schlüssel (33)Als Nächstes öffnet sich eine Tür – eine Lösung, die passt.
7 – Du selbstDie Eule (12)Du grübelst, drehst die Sache nachts im Kopf.
8 – UmfeldDer Park (20)Es wird geredet – im Kollegenkreis, wohlwollend, aber unkontrolliert.
9 – Hoffnung/AngstDas Herz (24)Du hoffst, dass die Entscheidung Dich glücklich macht – und fürchtest, Menschen zu verletzen.
10 – AusgangDer Sarg (8)Die Sache endet. Was nicht mehr trägt, läuft aus – als Erleichterung, nicht als Katastrophe.

Die Zeitachse (Wolken – Berg – Schlüssel) steigt: Aus Unklarheit wurde Stillstand, und der Stillstand bekommt einen Ausweg. Die Ebenenachse (Hund – Berg – Kreuz) erklärt, warum der Berg so lange stehen blieb: Oben Treue, unten Pflicht – zwei Gründe zu bleiben, die beide nichts mit der Arbeit selbst zu tun haben. Der Stab läuft von der Eule über den Park und das Herz zum Sarg: Grübeln, Gerede, Hoffnung – und ein Ende. Zusammengelesen rät das Kreuz nicht zur Flucht, aber es sagt, dass die Sache ausläuft und dass der Schlüssel auf Platz 6 vor dem Sarg auf Platz 10 kommt: Die Tür öffnet sich, bevor etwas endgültig vorbei ist.

Deutung aller 36 Lenormandkarten im Keltischen Kreuz

Die Tabelle fasst zusammen, was jede Karte auf den drei Plätzen heißt, die das Keltische Kreuz von anderen Legungen unterscheiden: als kreuzende Karte (Platz 2), als Karte für Hoffnungen und Ängste (Platz 9) und als Ausgang (Platz 10). Die ausführlichen Texte aller zehn Plätze stehen in der Auswertung oben; jede Karte ist mit ihrer Bedeutungsseite verlinkt.

KarteAls kreuzende Karte (Platz 2)Als Hoffnung oder Angst (Platz 9)Als Ausgang (Platz 10)
Der Reiter (1)Eine Nachricht von außen mischt sich ein.Hoffnung auf Bewegung, Angst vor der Nachricht.Es kommt in Bewegung – etwas kommt auf Dich zu.
Der Klee (2)Ein Glücksfall, der nicht lange hält.Hoffnung auf eine günstige Wendung.Ein kleines, kurzfristiges Glück.
Das Schiff (3)Eine Entfernung oder Reise liegt dazwischen.Sehnsucht nach Aufbruch, Angst vor Abschied.Aufbruch, Veränderung des Ortes.
Das Haus (4)Familie, Alltag und Gewohnheit halten fest.Wunsch nach Sicherheit und Zuhause.Stabilität, ein fester Rahmen.
Der Baum (5)Die Sache braucht Zeit – oder Gesundheit spielt hinein.Hoffnung auf Dauer, Angst um die Gesundheit.Langsames, beständiges Wachstum.
Die Wolken (6)Unklarheit und Missverständnisse.Angst, dass sich nichts klärt.Unsicherheit bleibt – vorerst.
Die Schlange (7)Umwege, eine dritte Person, Hintergedanken.Angst vor Verrat, Hoffnung auf Klugheit.Verwicklung oder ein kluger Umweg.
Der Sarg (8)Ein Abschluss legt sich über die Sache.Angst vor dem Ende – oder Hoffnung darauf.Die Sache endet, läuft aus.
Die Blumen (9)Etwas Freundliches lenkt ab oder versöhnt.Hoffnung auf Freude und Anerkennung.Ein angenehmes, freundliches Ergebnis.
Die Sense (10)Ein plötzlicher Schnitt oder eine Gefahr.Angst vor dem Plötzlichen, Hoffnung auf Klarheit.Eine schnelle, endgültige Entscheidung.
Die Ruten (11)Streit und Diskussionen.Angst vor Auseinandersetzung.Es wird gestritten oder geklärt – laut.
Die Eule (12)Sorgen, Gerüchte, nervöse Unruhe.Diffuse Sorgen, Grübeln.Unruhe, viele kleine Nachrichten.
Das Kind (13)Ein Neuanfang oder Naivität.Hoffnung, noch einmal anzufangen.Ein kleiner, neuer Anfang.
Der Fuchs (14)Täuschung, Taktik, Vorsicht.Angst, hintergangen zu werden.Es läuft nicht ehrlich – oder nur mit List.
Der Bär (15)Eine Macht: Chef, Geld, Eifersucht.Wunsch nach Stärke und Rückhalt.Sicherheit, Besitz, jemand Starkes übernimmt.
Die Sterne (16)Ein Ziel, das ungeduldig macht.Die große Hoffnung auf Erfüllung.Klarheit, Orientierung, Erfüllung.
Die Störche (17)Ein Wandel, der schon im Gang ist.Hoffnung auf Veränderung.Veränderung, Umzug, neues Kapitel.
Der Hund (18)Treue und Verpflichtung.Hoffnung auf jemanden, der hält.Verlässlichkeit, ein Freund bleibt.
Der Turm (19)Abstand, eine Behörde, eine Mauer.Angst vor Einsamkeit, Hoffnung auf Abstand.Rückzug, Alleinsein, Übersicht.
Der Park (20)Öffentlichkeit und Meinungen.Angst vor dem Urteil der anderen.Die Sache wird öffentlich, Begegnungen.
Der Berg (21)Das Hindernis, für das dieser Platz gedacht ist.Angst vor der Blockade.Stillstand, Verzögerung – oder Standfestigkeit.
Die Wege (22)Eine Wahl, die nicht getroffen ist.Angst vor der falschen Entscheidung.Eine Entscheidung steht an, mehrere Wege.
Die Mäuse (23)Schleichender Verlust.Angst vor Verlust.Etwas geht verloren, schrumpft.
Das Herz (24)Das Gefühl verstellt den Blick.Hoffnung auf Liebe, Angst vor Verletzung.Liebe, Nähe, ein warmes Ende.
Der Ring (25)Eine Bindung lässt keinen Spielraum.Hoffnung auf Verbindlichkeit, Angst vor Enge.Ein Vertrag, eine Bindung, Wiederholung.
Das Buch (26)Etwas Unbekanntes oder Verschwiegenes.Angst vor dem Unbekannten.Ein Geheimnis bleibt – oder wird gelernt.
Der Brief (27)Eine Mitteilung, die noch aussteht.Hoffnung auf eine Antwort.Eine Nachricht, ein Dokument entscheidet.
Der Herr (28)Ein Mann steht dazwischen.Ein Mann ist Hoffnung oder Angst.Ein Mann bestimmt den Ausgang.
Die Dame (29)Eine Frau steht dazwischen.Eine Frau ist Hoffnung oder Angst.Eine Frau bestimmt den Ausgang.
Die Lilien (30)Scheinruhe, Harmonie um jeden Preis.Hoffnung auf Frieden.Frieden, Reife, Ruhe.
Die Sonne (31)Zu viel Licht – Probleme werden übersehen.Hoffnung auf Erfolg.Erfolg, Gelingen, Energie.
Der Mond (32)Stimmungen und Sehnsucht.Sehnsucht nach Anerkennung.Anerkennung, Gefühl, Intuition.
Der Schlüssel (33)Die Lösung, die man noch nicht nutzt.Hoffnung, dass es passt.Gewissheit – es löst sich.
Die Fische (34)Geld oder ein tiefes Bedürfnis spielt hinein.Hoffnung auf Fülle, Angst vor Mangel.Finanzielle oder seelische Fülle.
Der Anker (35)Beständigkeit, die zur Starre wird.Hoffnung auf Halt, Angst vor Stillstand.Halt, Dauer, Arbeit – es bleibt.
Das Kreuz (36)Eine Last oder Pflicht.Angst vor der Last, Hoffnung auf Sinn.Eine Prüfung mit Sinn – schwer, aber tragend.

Woher das Keltische Kreuz kommt – und was Lenormand daraus macht

Das Keltische Kreuz ist jünger, als sein Name klingt. Arthur Edward Waite beschrieb es 1910 in seinem Pictorial Key to the Tarot als „altes keltisches Verfahren“, doch Belege vor dem späten 19. Jahrhundert gibt es nicht; die Legung stammt aus dem Umfeld des Hermetic Order of the Golden Dawn und wurde durch Waites Buch und das Rider-Waite-Tarot zur bekanntesten Tarot-Legung der Welt. Mit „keltisch“ ist kein Volk gemeint, sondern die Form des Kreuzes mit dem Kreis in der Mitte – das Ringkreuz, das als spirituelles Symbol auf irischen Hochkreuzen steht. Ins Deutsche kam die Legung mit den Tarot-Büchern der 1970er und 1980er Jahre und von dort ins Lenormand.

Mit Lenormandkarten verändert sich die Legung an zwei Stellen. Erstens gibt es keine umgekehrten Karten; eine Karte heißt auf jedem Platz dasselbe, nur in anderem Licht. Zweitens werden Lenormandkarten in Paaren gelesen: Die Situation mit der kreuzenden Karte, die Vergangenheit mit der Situation, die Hoffnung mit dem Ausgang – so, wie es in den Lenormand Kombinationen steht. Das macht das Keltische Kreuz mit Lenormand nüchterner als mit Tarot: weniger Archetypen, mehr Alltag – eine Nachricht, ein Hindernis, ein Mann, eine Frau.

Nicht zu verwechseln ist das Legesystem mit der Lenormandkarte Das Kreuz (36). Die Karte steht für Last, Schicksal, Glaube und Prüfung; das Legesystem ist eine Anordnung von zehn Karten. Wer „Lenormand Kreuz“ sucht, meint meist die Karte; wer „Lenormand Keltisches Kreuz“ sucht, meint diese Seite.

Wann sich das Keltische Kreuz lohnt – und wann eine kleinere Legung besser ist

Zehn Karten brauchen eine Frage, die zehn Karten verdient. Das Keltische Kreuz lohnt sich für Entscheidungen mit Vorgeschichte, für Beziehungen mit Umfeld, für Vorhaben, bei denen Du nicht weißt, woran sie hängen – kurz: für alles, bei dem Dich die Frage „Warum?“ mehr interessiert als die Frage „Ja oder Nein?“. Für eine schnelle Tendenz ist das Ja-Nein-Orakel das bessere Werkzeug, für eine Sache ohne Umfeld das kleine Kreuz mit fünf Karten – es ist das Keltische Kreuz ohne Stab und kreuzende Karte. Wer die Vorgeschichte in drei Reihen sehen will, legt die Neunerlegung; wer alles auf einmal sehen will, die Große Tafel.

Eine Regel für alle Legungen: Leg das Keltische Kreuz einmal pro Frage. Wer dieselbe Sache dreimal am Tag legt, bekommt dreißig Karten und keine Antwort. Notier die zehn Karten, lies die Auswertung noch einmal in einer Woche – und prüf, welcher der zehn Plätze in der Zwischenzeit recht behalten hat. So lernt man die Legung und die Karten zugleich; mehr dazu in Kartenlegen lernen.

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Häufige Fragen zum Keltischen Kreuz mit Lenormandkarten

Was ist das Keltische Kreuz beim Kartenlegen?

Das Keltische Kreuz ist ein Legesystem mit zehn Karten: sechs Karten bilden ein Kreuz (Situation, was kreuzt, Grundlage, Vergangenheit, das Bewusste, nahe Zukunft), vier Karten bilden den Stab daneben (Du selbst, Umfeld, Hoffnungen und Ängste, Ausgang). Es stammt aus dem Tarot und wird seit langem auch mit Lenormandkarten gelegt.

Ja. Die zehn Plätze funktionieren mit Lenormandkarten genauso wie mit Tarot. Zwei Unterschiede: Lenormandkarten werden nicht umgekehrt gelesen, und sie werden in Paaren gedeutet – die Situation mit der kreuzenden Karte, die Hoffnung mit dem Ausgang.

Erst die Situation in die Mitte, dann die kreuzende Karte quer darüber. Danach die vier Karten um das Kreuz – hier unten, links, oben, rechts – und zuletzt der Stab mit vier Karten von unten nach oben. Die Nummerierung der vier Kreuzkarten variiert je nach Buch; die Lage bleibt gleich.

Platz 2 zeigt, was der Situation im Weg liegt – ein Hindernis, eine Herausforderung oder eine Hilfe, die so nicht aussieht. Die Karte wird immer zusammen mit Platz 1 gelesen: Der Berg über dem Schlüssel ist etwas anderes als der Schlüssel über dem Berg.

Das kleine Kreuz hat fünf Karten – den Kern und vier Karten darum herum. Das Keltische Kreuz fügt die kreuzende Karte und den Stab mit vier Karten hinzu: Du selbst, Umfeld, Hoffnungen und Ängste, Ausgang. Für eine Sache ohne Umfeld reicht das kleine Kreuz.

Nein. Platz 10 ist eine Tendenz: wohin die Sache läuft, wenn alles so bleibt, wie die neun Karten davor es zeigen. Mindestens drei dieser Karten – das Bewusste, Du selbst und Deine Hoffnungen – hast Du selbst in der Hand.

Ja. Oben auf dieser Seite mischst Du die 36 Lenormandkarten und ziehst zehn Karten. Die Situationskarte wird sofort gedeutet; die vollständige Auswertung aller zehn Plätze bekommst Du kostenlos gegen Deine E-Mail-Adresse, auf der Seite und als Mail mit Link.

Bild von Damian Garrett

Damian Garrett

Legt seit 2005 die Lenormandkarten. Autor des Lenormand-Praxisbuchs und Entwickler eines eigenen Systems zur Deutung der Kartenkombinationen. Hauptberuflich in der psychologischen Lehre und Forschung.

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