Aura-Farben sind in der Esoterik die Farben des Energiefelds, das einen Menschen umgeben soll – und jede Farbe hat eine eigene Bedeutung: Rot steht für Lebenskraft und Leidenschaft, Orange für Kreativität und Lebensfreude, Gelb für Intellekt und Optimismus, Grün für Heilung und Harmonie, Blau für Ruhe und Kommunikation, Indigo für Intuition, Violett für Spiritualität, Rosa für Liebe und Mitgefühl, Weiß für Reinheit und Schutz. Klare, leuchtende Farben gelten als Zeichen von Kraft, trübe oder dunkle Töne als Hinweis auf Erschöpfung und Blockaden. Wissenschaftlich belegt ist die Aura nicht – aber als Sprache dafür, wie Du Dich und andere wahrnimmst, ist sie erstaunlich nützlich.
Vielleicht hast Du ein Aura-Foto in der Hand, auf dem Du in Blau und Violett leuchtest, und willst wissen, was das heißt. Vielleicht hat Dir jemand gesagt, Deine Aura sei gelb. Oder Du hast schlicht gelesen, dass Menschen eine Aura haben, und fragst Dich, welche Farbe Deine hat. In diesem Beitrag findest Du die Bedeutung aller Aura-Farben (auch Aurafarben geschrieben) – von Rot bis Schwarz, in hellen und trüben Varianten –, was die verschiedenen Farben bedeuten, eine Übersichtstabelle, einen Selbsttest, eine Übung zum Aura-Sehen und die Zuordnung der Farben zu den sieben Chakren.
Ich lege seit 2005 Lenormandkarten und arbeite hauptberuflich in der psychologischen Lehre und Forschung. Deshalb bekommst Du hier beides: die Bedeutung der Aura-Farben, wie die spirituelle Tradition sie lehrt, und eine ehrliche Einordnung, was Aura-Fotos tatsächlich messen, warum manche Menschen wirklich Farben um andere sehen – und was die Aura mit der Migräne-Aura zu tun hat (nichts, aber das solltest Du wissen).
Aura-Farben und ihre Bedeutung im Überblick
Die Tabelle zeigt die Bedeutung jeder Aura-Farbe in ihrer klaren, leuchtenden Form, die Schattenseite der trüben Variante und das Chakra, dem die Farbe in der Energielehre zugeordnet wird. In der Aura eines Menschen sieht die Tradition meist eine Grundfarbe, die über Jahre stabil bleibt, und wechselnde Nebenfarben, die Stimmung, Gesundheit und aktuelle Themen widerspiegeln sollen.
| Aura-Farbe | Bedeutung (klar, leuchtend) | Schattenseite (trüb, dunkel) | Chakra |
| Rot | Lebenskraft, Leidenschaft, Durchsetzung, Mut | Wut, Stress, Dominanz, Rastlosigkeit | Wurzelchakra |
| Orange | Kreativität, Lebensfreude, Sinnlichkeit, Enthusiasmus | Reizhunger, Unruhe, Abhängigkeiten | Sakralchakra |
| Gelb | Intellekt, Optimismus, Selbstvertrauen, Klarheit | Überdenken, Angst, Kontrollbedürfnis | Solarplexuschakra |
| Grün | Heilung, Harmonie, Wachstum, Mitgefühl | Eifersucht, Besitzdenken, Helfersyndrom | Herzchakra |
| Türkis | Einfühlsame Kommunikation, Heilerqualität, Ausgeglichenheit | Selbstaufgabe für andere | zwischen Herz und Hals |
| Blau | Ruhe, Wahrheit, Kommunikation, Verlässlichkeit; Dunkelblau: Tiefe und Intuition | Melancholie, Rückzug, Angst vor dem Sprechen | Halschakra |
| Indigo | Intuition, Hellsichtigkeit, Weisheit, innere Führung | Weltfremdheit, Grübeln | Stirnchakra |
| Violett / Lila | Spiritualität, Vision, Verbindung mit dem Größeren | Abgehobenheit, Realitätsflucht | Kronenchakra |
| Rosa | Liebe, Zärtlichkeit, Mitgefühl, Sensibilität | Naivität, Abhängigkeit vom Urteil anderer | Herzchakra (höherer Aspekt) |
| Weiß | Reinheit, Schutz, Neubeginn, hohe Schwingung | Ungeerdet, leer; trübes Weiß: Erschöpfung | Kronenchakra |
| Gold | Weisheit, göttlicher Schutz, Erleuchtung, Großzügigkeit | Selten als Schatten gedeutet | über dem Kronenchakra |
| Silber | Fülle, Empfänglichkeit, Intuition, Verbindung zur Nacht | Flüchtigkeit, Unbeständigkeit | – |
| Braun | Erdung, Praxis, Naturverbundenheit, Beständigkeit | Festhalten, Stillstand, Materialismus | Wurzelchakra |
| Grau | Übergang, Neutralität, Nachdenklichkeit | Zweifel, Erschöpfung, Blockaden, Energiemangel | – |
| Schwarz | Schutz durch Abgrenzung, Transformation, Geheimnis | Trauer, ungelöster Schmerz, Abschottung | – |
Was ist die Aura? Bedeutung in Spiritualität und Esoterik
Das Wort Aura kommt aus dem Griechischen und bedeutet Hauch oder Lufthauch. In der Spiritualität und der Esoterik bezeichnet es ein feinstoffliches Energiefeld, das den Körper umgibt – eine Hülle aus Licht und Farbe, die Persönlichkeit, Gefühlslage und Gesundheit eines Menschen widerspiegeln soll. Die Vorstellung ist alt: Der Heiligenschein in der christlichen Kunst, der Nimbus um Buddha-Figuren, die Lichtkränze um Heilige in Indien und Persien – überall zeigt die Kunst besondere Menschen mit leuchtendem Rand. Jede dieser Darstellungen ist ein gemaltes Energiefeld.
Ihre heutige Form bekam die Aura-Lehre um 1900 in der Theosophie. Charles W. Leadbeater veröffentlichte 1902 „Man Visible and Invisible“ mit farbigen Tafeln, die die Auren verschiedener Menschentypen zeigen sollten – vom „Wilden“ bis zum „Erleuchteten“, mit einer Farbtabelle, die bis heute die Grundlage fast aller Deutungen ist: Rot für Zorn und Leidenschaft, Rosa für Liebe, Gelb für Intellekt, Grün für Mitgefühl, Blau für Hingabe, Violett für Spiritualität. Der Londoner Arzt Walter J. Kilner glaubte 1911, die Aura mit Farbfiltern sichtbar machen zu können; 1939 entdeckte das russische Ehepaar Kirlian die nach ihnen benannten Fotografien leuchtender Ränder; und seit den 1970er-Jahren gibt es Aura-Kameras, die Dich in Farbe fotografieren. Was diese Verfahren wirklich zeigen, liest Du weiter unten.
In der Energielehre besteht die Aura aus mehreren Schichten – meist sieben, die physisch, emotional, mental und spirituell gedeutet werden; Weiß symbolisiert dabei die Einheit aller Farben – und sie ist eng mit den Chakren verbunden: Die sieben Energiezentren entlang der Wirbelsäule tragen die Farben des Regenbogens, und die Aura-Farbe gilt als das, was von ihrer Aktivität nach außen strahlt. Ein starkes Herzchakra soll die Aura grün färben, ein aktives Stirnchakra indigo. Deshalb findest Du in der Tabelle oben zu jeder Farbe ihr Chakra.
Alle Aura-Farben im Einzelnen: Bedeutung von Rot bis Schwarz
Für jede Farbe gilt dieselbe Regel: Entscheidend ist weniger der Farbton als seine Qualität. Eine klare, leuchtende Farbe steht für die Stärke der Eigenschaft, eine trübe, schmutzige oder dunkle Variante für ihre Schattenseite oder für Erschöpfung. Die meisten Menschen sollen eine dominante Grundfarbe haben und daneben eine oder zwei Nebenfarben, die kommen und gehen.
Rote Aura: Bedeutung
Eine rote Aura steht für Lebenskraft, Leidenschaft, Mut und Durchsetzungsvermögen. Menschen mit roter Grundfarbe gelten als tatkräftig, körperlich präsent und direkt; sie packen an, wo andere noch überlegen, und sind körperlich wie sexuell präsent. Rot ist die Farbe des Wurzelchakras – Erdung, Überleben, Instinkt. Hellrot und Klarrot zeigen gesunde Kraft und Begeisterung; ein dunkles, trübes Rot deutet die Tradition als Wut, Stress, Dominanz oder unterdrückten Ärger. Wer viel Rot in seiner Aura hat, braucht Bewegung und körperliche Betätigung, sonst staut sich die Energie. In der Liebe: intensiv, leidenschaftlich, manchmal ungeduldig.
Orange Aura: Bedeutung
Orange steht für Kreativität, Lebensfreude, Sinnlichkeit und Enthusiasmus. Eine orange Aura gilt als Zeichen für Menschen, die gern genießen, Neues ausprobieren und andere mit ihrer Begeisterung anstecken – gesellig, warmherzig, abenteuerlustig. Die Farbe gehört zum Sakralchakra, dem Zentrum von Kreativität, Lust und Gefühl. Schattenseite des trüben Orange: Reizhunger, Unruhe, die Neigung zu Abhängigkeiten und dazu, Verpflichtungen zu meiden. Orange-Gelb (manchmal als eigene Farbe geführt) verbindet Kreativität mit Intellekt: der Perfektionist mit Ideen.
Gelbe Aura: Bedeutung
Die gelbe Aura ist die Farbe des Verstandes und der Sonne: Intellekt, Optimismus, Selbstvertrauen, Klarheit und Spielfreude. Menschen mit gelber Aura denken gern, lernen schnell, sind neugierig und bringen Leichtigkeit in jeden Raum. Gelb ist die Farbe des Solarplexuschakras, des Zentrums von Willenskraft und Selbstwert. Ein leuchtendes Gelb zeigt nach der Lehre Freude und geistige Wachheit; ein blasses oder schmutziges Gelb Überdenken, Angst, Kontrollbedürfnis und das Gefühl, alles allein schaffen zu müssen. Was die Bedeutung der Aurafarbe Gelb praktisch heißt: Diese Menschen brauchen geistige Nahrung – und Pausen vom eigenen Kopf.
Grüne Aura: Bedeutung
Grün ist die Farbe des Herzens: Heilung, Harmonie, Wachstum, Mitgefühl und Naturverbundenheit. Eine grüne Aura wird Menschen zugeschrieben, die für andere da sind – Pflegende, Heilende, Lehrende, Gärtnerinnen im wörtlichen und übertragenen Sinn. Sie gehört zum Herzchakra. Hellgrün steht für Neubeginn und Heilung, Smaragdgrün für ausgeglichene Liebe und Fülle, Dunkelgrün dagegen für Eifersucht, Besitzdenken oder die Schattenseite des Helfens: sich selbst zu vergessen. Die grüne Aura gilt als die Farbe, die am stärksten mit körperlicher Gesundheit verbunden ist – weshalb Aura-Leser bei trübem Grün gern „Blockaden“ sehen. Mehr dazu, was davon zu halten ist, weiter unten.
Türkise Aura: Bedeutung
Türkis liegt zwischen Grün und Blau und verbindet die Qualitäten beider Farben: Mitgefühl mit klarer Kommunikation, Herz mit Wort. Eine türkise Aura wird Menschen zugeschrieben, die andere beruhigen, Konflikte entschärfen und heilsam wirken, indem sie einfach da sind – Therapeutinnen, Mediatoren, gute Freunde mit der Fähigkeit, wirklich zuzuhören. Die Farbe gilt als ausgeglichen, sensibel und zugleich belastbar. Ihre Schattenseite ist die Selbstaufgabe: Wer immer die Brücke für andere ist, vergisst, selbst anzukommen.
Blaue Aura: Bedeutung – hellblau und dunkelblau
Blau ist die Farbe der Ruhe, der Wahrheit und der Kommunikation. Die Bedeutung der Aurafarbe Blau liegt in Verlässlichkeit, Tiefe und innerem Frieden: Menschen mit blauer Aura gelten als ruhig, ehrlich, loyal und als gute Zuhörer, die sagen, was sie denken, ohne zu verletzen. Blau gehört zum Halschakra, dem Zentrum von Ausdruck und Wahrhaftigkeit. Eine hellblaue Aura steht für Klarheit, Gelassenheit und friedliche Kommunikation – die Farbe des Himmels an einem ruhigen Tag. Eine dunkelblaue Aura (Königsblau) deutet die Tradition als Intuition, Tiefe, Verantwortung und oft als Zeichen einer alten, erfahrenen Seele. Trübes Blau dagegen: Melancholie, Rückzug, die Angst, die eigene Wahrheit auszusprechen. Blau ist nach Rot und Gelb die am häufigsten gesuchte Aurafarbe – und die, die auf Aura-Fotos am häufigsten erscheint, wenn jemand während der Aufnahme entspannt ist.
Indigo Aura: Bedeutung
Indigo, das tiefe Blauviolett, ist die Farbe des dritten Auges: Intuition, Hellsichtigkeit, Weisheit und innere Führung. Eine Indigo-Aura wird Menschen zugeschrieben, die mehr wahrnehmen als andere, intuitiv Zusammenhänge spüren, bevor sie beweisbar sind, und einen starken Sinn für Gerechtigkeit haben. Die Farbe gehört zum Stirnchakra. Ihre Schattenseite ist die Weltfremdheit – wer viel im Inneren lebt, vergisst den Boden. Wenn Dich das Thema anspricht: Was Hellsichtigkeit ist und was eher feine Beobachtung, habe ich in einem eigenen Beitrag auseinandergenommen.
Violette und lila Aura: Bedeutung
Violett – oder Lila, die Begriffe werden in der Aura-Lehre meist gleich verwendet – ist die Farbe der Spiritualität. Eine lila Aura gilt als Zeichen für Menschen, die nach Sinn suchen, visionär denken, sich mit etwas Größerem verbunden fühlen und oft kreativ oder künstlerisch sind. Die violette Aura gehört zum Kronenchakra, dem Tor zur Transzendenz. Ein helles Lavendel steht für Fantasie, Verspieltheit und Offenheit, ein tiefes Violett für Weisheit und spirituelle Reife. Die Schattenseite: Abgehobenheit, Realitätsflucht, das Gefühl, nicht in diese Welt zu gehören. Viele Menschen, die ein spirituelles Erwachen beschreiben, berichten von Violett in ihrer Aura – kein Wunder, es ist die Farbe, die man in dieser Phase sucht.
Rosa Aura: Bedeutung
Rosa steht für Liebe, Zärtlichkeit, Mitgefühl und Sensibilität – nicht die leidenschaftliche Liebe des Rot, sondern die sanfte, bedingungslose. Menschen mit rosa Aura gelten als romantisch, fürsorglich, harmoniebedürftig und künstlerisch empfänglich; sie spüren Stimmungen und nehmen sich die Dinge zu Herzen. Rosa gilt als der höhere Aspekt des Herzchakras. Die Schattenseite: Naivität, Abhängigkeit vom Urteil anderer, Schwierigkeiten, Nein zu sagen. Eine rosa Aura kurz nach dem Verlieben soll bei fast jedem auftauchen – als Nebenfarbe, die wieder verblasst.
Weiße Aura: Bedeutung
Weiß gilt als die seltenste und höchste Aura-Farbe: Reinheit, Schutz, Neubeginn, Verbindung mit dem Göttlichen. Eine weiße Aura wird Menschen zugeschrieben, die ungewöhnlich klar, wahrhaftig und selbstlos sind – in der Tradition Heiligen, Heilern und sehr kleinen Kindern. Weiß enthält alle Farben und wird dem Kronenchakra zugeordnet. Die Bedeutung der weißen Aura hat aber zwei Seiten: Ein strahlendes Weiß steht für hohe Schwingung und Schutz; ein trübes, milchiges Weiß deuten Aura-Leser als Erschöpfung, Ungeerdetheit oder – in älteren Quellen – als Vorbote von Krankheit. Diesen letzten Punkt solltest Du mit großer Vorsicht lesen: Ein Aura-Foto ersetzt keine Untersuchung.
Goldene Aura: Bedeutung
Gold ist die Farbe der Weisheit, des göttlichen Schutzes und der Erleuchtung. Eine goldene Aura gilt als Zeichen für Menschen mit großer innerer Stärke, Großzügigkeit und Charisma, die andere inspirieren, ohne sich in den Vordergrund zu drängen – der Heiligenschein der christlichen Kunst ist nichts anderes als eine goldene Aura. Gold wird oberhalb des Kronenchakras verortet und selten als Schatten gedeutet; höchstens als Eitelkeit, wenn es stumpf wirkt.
Silberne Aura: Bedeutung
Silber steht für Fülle, Empfänglichkeit, Intuition und die Verbindung zur Nacht und zum Mond. Eine silberne Aura wird Menschen zugeschrieben, die feinfühlig, anpassungsfähig und begabt sind, oft mit künstlerischer oder medialer Ader. Silbrige Funken in der Aura deutet die Tradition als Zeichen für Fruchtbarkeit – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn: eine Idee, ein Projekt, ein Kind. Die Schattenseite: Flüchtigkeit und Unbeständigkeit, das Gefühl, nirgendwo richtig anzukommen.
Braune Aura: Bedeutung
Braun ist die Farbe der Erde: Erdung, Praxis, Naturverbundenheit, Beständigkeit. Eine braune Aura gilt als Zeichen für bodenständige, verlässliche, handwerklich begabte Menschen, die lieber anpacken als reden. In der Aura-Lehre hat Braun einen schlechteren Ruf, als es verdient: Ein klares, warmes Braun steht für Stabilität und Verbundenheit mit dem Boden; nur ein trübes, schlammiges Braun wird als Festhalten, Stillstand oder Materialismus gedeutet. Braun gehört zum Wurzelchakra.
Graue Aura: Bedeutung
Grau steht für Übergang, Nachdenklichkeit und eine neutrale, abwartende Haltung – und in seiner trüben Form für Zweifel, Erschöpfung, Blockaden und Energiemangel. Eine graue Aura wird Menschen zugeschrieben, die gerade zwischen zwei Lebensphasen stehen, viel grübeln oder sich zurückziehen; Aura-Leser sprechen von „grauen Schleiern“ über einzelnen Körperregionen, die sie als blockierte Energie deuten. Grau ist neutral – weder warm noch kalt – und selten eine Grundfarbe, meist eine vorübergehende Nebenfarbe. Wenn Du Dich in der Beschreibung wiederfindest, ist die nüchterne Frage wichtiger als die Farbe: Schläfst Du genug, und wer hört Dir gerade zu?
Schwarze Aura: Bedeutung
Schwarz hat in der Aura-Lehre den schlechtesten Ruf und wird oft falsch verstanden. Es steht für Schutz durch Abgrenzung, für Transformation und Geheimnis – und in seiner belastenden Form für Trauer, ungelösten Schmerz, Groll oder Abschottung. Eine schwarze Aura bedeutet nicht, dass ein Mensch „böse“ ist; sie zeigt nach der Tradition, dass er sich dicht gemacht hat, oft nach Verlust oder Verletzung. Schwarze Flecken in der Aura werden als Orte gedeutet, an denen Energie nicht fließt. Auch hier gilt: Die Farbe beschreibt einen Zustand, kein Urteil.
Welche Aura-Farbe habe ich? Drei Wege, es herauszufinden
Es gibt drei Wege, Deine Aura-Farbe zu entdecken – und sie liefern nicht unbedingt dasselbe Ergebnis. Erstens das Aura-Reading: Menschen, die angeben, Auren zu sehen, beschreiben Dir Farbe, Form und Flecken Deines Energiefelds. Zweitens die Aura-Fotografie: Eine Kamera mit Handsensoren erzeugt ein Bild, auf dem Du in Farbe leuchtest. Drittens der Selbsttest: Du ordnest Dich selbst der Farbe zu, deren Beschreibung am besten passt. Der dritte Weg ist der ehrlichste, weil er offenlegt, was die anderen beiden auch tun – sie beschreiben Dich, wie Du Dich zeigst.
So funktioniert der Selbsttest: Lies die Zeilen der Tabelle und notiere, welche zwei oder drei Dich am stärksten beschreiben – nicht, wie Du gern wärst, sondern wie Du in den letzten Monaten warst. Die erste Farbe ist Deine Grundfarbe, die weiteren Deine Nebenfarben.
| Wenn Dich das beschreibt … | … ist Deine Aura-Farbe vermutlich |
| Du gehst voran, entscheidest schnell, brauchst Bewegung und reibst Dich gern an Widerstand | Rot |
| Du genießt, lachst viel, probierst gern Neues aus und steckst andere mit Deiner Begeisterung an | Orange |
| Du denkst viel, lernst schnell, bist neugierig, optimistisch – und manchmal zu sehr im Kopf | Gelb |
| Du kümmerst Dich, heilst, pflegst, bringst zusammen – und vergisst Dich dabei gelegentlich selbst | Grün oder Türkis |
| Du bist ruhig, ehrlich, loyal, hörst gut zu und brauchst Zeit, bevor Du sprichst | Blau |
| Du spürst Dinge, bevor Du sie weißt, träumst intensiv und suchst nach Sinn | Indigo oder Violett |
| Du liebst sanft, bist romantisch und empfindsam und nimmst Dir Kritik sehr zu Herzen | Rosa |
| Du bist praktisch, verlässlich, naturverbunden und misstraust großen Worten | Braun |
| Du bist gerade zwischen zwei Lebensphasen, erschöpft oder im Rückzug | Grau (als Nebenfarbe) |
Ein Hinweis zur Einordnung: Die Grundfarbe soll über Jahre stabil bleiben und sich nur mit großen Lebenswenden ändern; die Nebenfarben wechseln mit Stimmung, Gesundheit und Lebenslage. Wenn Dein Aura-Foto von vor drei Jahren eine andere Farbe zeigt als das heutige, ist das nach der Lehre kein Widerspruch – und nach der Technik erst recht nicht, wie der Abschnitt zur Aura-Fotografie zeigt.
Aura sehen lernen: eine Übung für den Anfang
Die klassische Übung, um Auren zu sehen, geht so: Setz Dich in einen gleichmäßig beleuchteten Raum vor eine weiße oder helle Wand. Halte eine Hand mit gespreizten Fingern etwa 30 Zentimeter vor die Wand und schau nicht auf die Hand, sondern mit weichem, leicht unscharfem Blick auf den Zwischenraum zwischen den Fingern. Atme ruhig. Nach 30 bis 60 Sekunden erscheint um die Finger ein schmaler heller oder leicht farbiger Saum, der mitwandert, wenn Du die Hand bewegst. Fortgeschrittene üben dasselbe mit einem Menschen vor neutralem Hintergrund und beschreiben, was sie um Kopf und Schultern sehen.
Was Du dabei siehst, ist real – die Frage ist nur, was es ist. Der helle Saum um die Finger entsteht in Deinem Auge: Der Kontrast zwischen dunkler Hand und heller Wand erzeugt beim starren Blick ein Nachbild, und wenn die Hand sich bewegt, wandert es mit. Schaust Du lange auf eine farbige Fläche, siehst Du danach die Komplementärfarbe. Ob Du das Aura nennst oder Netzhaut bei der Arbeit, entscheidest Du selbst; wer die Übung macht, sollte beides wissen. Die Übung ist trotzdem wertvoll – als Training für den weichen Blick, mit dem Du Menschen als Ganzes wahrnimmst statt nur ihr Gesicht.
Aura stärken und reinigen: So wird Dein Energiefeld wieder stark
In der Energielehre heißt es, die Aura könne „schwach“, „löchrig“ oder „verschmutzt“ sein – nach Streit, Krankheit, Überlastung oder zu viel Nähe zu Menschen, die Dir nicht guttun. Die empfohlenen Mittel sind erstaunlich bodenständig: Zeit in der Natur, ein Bad mit Meersalz, Räuchern mit Salbei oder Weihrauch, Barfußgehen, bewusstes Atmen, Meditation, eine Aura-Reinigung mit Rauch oder Klang, Licht, das Du um Dich herum visualisiert, und – am wichtigsten – Grenzen setzen. Dazu kommen Schlaf, Bewegung und weniger Bildschirm.
Übersetzt in nüchterne Sprache beschreibt „schwache Aura“ fast immer Erschöpfung, und „Aura reinigen“ ist ein Ritual der Selbstfürsorge. Rituale wirken: Sie geben einem Vorsatz einen Rahmen, einen Anfang und ein Ende. Wer sich nach einem Salzbad mit Kerze „gereinigt“ fühlt, hat sich eine Stunde Ruhe geschenkt und sich dabei zugeschaut – das ist kein Placebo-Trick, sondern Psychohygiene. Wenn Du magst, verbinde das Ritual mit einer Affirmation oder ziehe danach eine Tageskarte: Beides gibt dem Tag eine Richtung.
Aura-Farben nach Sternzeichen
In Frauenzeitschriften und auf Astrologie-Seiten findest Du Listen, die jedem Tierkreiszeichen eine Aura-Farbe zuordnen. Eine feste Lehre dahinter gibt es nicht – die Zuordnungen folgen den Elementen und Planetenfarben der Astrologie und unterscheiden sich von Quelle zu Quelle. Eine verbreitete Fassung:
| Sternzeichen | Zugeordnete Aura-Farbe | Begründung |
| Widder | Rot | Feuer, Mars – Tatkraft, Mut |
| Stier | Grün | Erde, Venus – Natur, Beständigkeit, Genuss |
| Zwillinge | Gelb | Luft, Merkur – Verstand, Kommunikation |
| Krebs | Silber, Weiß | Wasser, Mond – Gefühl, Fürsorge |
| Löwe | Gold, Orange | Feuer, Sonne – Strahlkraft, Großzügigkeit |
| Jungfrau | Dunkelgrün, Braun | Erde, Merkur – Ordnung, Dienst, Heilung |
| Waage | Rosa, Hellblau | Luft, Venus – Harmonie, Liebe, Ausgleich |
| Skorpion | Dunkelrot, Violett | Wasser, Pluto – Tiefe, Transformation |
| Schütze | Violett, Türkis | Feuer, Jupiter – Sinnsuche, Weite |
| Steinbock | Braun, Dunkelblau | Erde, Saturn – Struktur, Verantwortung |
| Wassermann | Türkis, Indigo | Luft, Uranus – Originalität, Zukunft |
| Fische | Indigo, Lavendel | Wasser, Neptun – Intuition, Mitgefühl |
Nimm die Tabelle als das, was sie ist: eine Spielerei, die zwei Symbolsysteme übereinanderlegt. Wenn Deine selbst bestimmte Aura-Farbe nicht zum Sternzeichen passt, hat die Selbstbeobachtung recht.
Aura-Fotografie und Kirlian-Fotografie: Was die Bilder wirklich zeigen
Zwei Verfahren haben die Aura fotografierbar gemacht – und beide zeigen etwas anderes, als ihr Name verspricht. Die Kirlian-Fotografie (nach Semjon und Valentina Kirlian, 1939) legt ein Objekt – ein Blatt, eine Fingerkuppe – auf eine Fotoplatte und setzt es kurz unter Hochspannung. Es entsteht eine Koronaentladung: Die Luft um das Objekt wird ionisiert und leuchtet, und dieses Leuchten belichtet den Film. Form und Stärke des Lichtkranzes hängen von Feuchtigkeit, Druck, Spannung und Belichtungszeit ab – ein schwitzender Finger leuchtet anders als ein trockener. Auch ein Geldstück bekommt eine „Aura“. Der berühmte „Phantomblatt-Effekt“, bei dem ein abgeschnittener Blattteil weiter zu leuchten schien, ließ sich unter sauberen Bedingungen nicht wiederholen.
Die Aura-Kamera, wie sie auf Esoterikmessen und in Studios steht (der bekannteste Typ geht auf den amerikanischen Entwickler Guy Coggins in den 1970er-Jahren zurück), fotografiert gar kein Feld. Du legst die Hände auf zwei Sensorplatten, die Hautleitwert und Temperatur messen – Biofeedback-Werte, die mit Anspannung und Durchblutung schwanken. Eine Software übersetzt diese Werte nach einer festen Tabelle in Farben und legt sie über Dein Porträt: hoher Erregungswert eher Rot und Orange, entspannter Zustand eher Blau und Violett. Deshalb zeigt Dein Aura-Foto nach dem Kaffee eine andere Farbe als nach der Meditation, und deshalb können zwei Kameras verschiedener Hersteller am selben Tag verschiedene Auren liefern.
Heißt das, die Bilder sind wertlos? Nein – sie sind nur etwas anderes als behauptet: ein farbiges Protokoll Deiner Anspannung in diesem Moment, gedeutet mit Leadbeaters Farbtabelle. Als Gesprächsanlass mit einem guten Aura-Leser kann das erhellend sein. Als Messung Deines Wesens ist es ein Schnappschuss Deiner Handfeuchtigkeit.
Aura in der Medizin: Migräne-Aura und epileptische Aura
Das Wort Aura gibt es auch in der Medizin, und dort bedeutet es etwas völlig anderes: die Wahrnehmungsstörung, die bei manchen Menschen einem Migräneanfall oder einem epileptischen Anfall vorausgeht. Bei der Migräne mit Aura sehen Betroffene für etwa 5 bis 60 Minuten flimmernde Zickzacklinien, Lichtblitze, Flecken oder farbige Ränder um Gegenstände, manchmal begleitet von Kribbeln in Hand oder Gesicht und Wortfindungsstörungen; danach folgt meist der Kopfschmerz. Die epileptische Aura ist der Beginn eines fokalen Anfalls: ein aufsteigendes Gefühl im Bauch, Déjà-vu, Gerüche, Licht- oder Farbwahrnehmungen.
Warum das hier steht: Wer plötzlich und wiederholt farbige Ränder oder flimmerndes Licht um Menschen und Dinge sieht, besonders zum ersten Mal, mit Kopfschmerz oder anderen Ausfällen, sollte das nicht spirituell deuten, sondern ärztlich abklären lassen. Die medizinische Aura hat mit dem Energiefeld der Esoterik nur den Namen gemeinsam – beide gehen auf dasselbe griechische Wort für Hauch zurück, weil die Ärzte der Antike das Vorgefühl eines Anfalls als aufsteigenden Lufthauch beschrieben.
Was die Psychologie zur Aura sagt
Ich arbeite hauptberuflich in der Psychologie, und die Frage, ob es die Aura gibt, ist dort nicht offen: Kein Verfahren hat je ein farbiges Energiefeld um Menschen nachgewiesen, und Menschen, die angeben, Auren zu sehen, konnten unter kontrollierten Bedingungen nicht erkennen, hinter welcher von mehreren Trennwänden eine Person steht. Faszinierend ist die Frage, warum so viele Menschen Auren sehen oder Aura-Beschreibungen als zutreffend erleben. Dafür gibt es gute Antworten.
Synästhesie. Manche Menschen sehen tatsächlich Farben um andere – verlässlich, seit der Kindheit, immer dieselbe Farbe für dieselbe Person. Eine Forschungsgruppe um Emilio Gómez Milán an der Universität Granada verglich 2012 solche Synästhetiker mit bekannten „Aura-Lesern“ (Consciousness and Cognition, Bd. 21) und fand: Was Aura-Leser beschreiben, ähnelt der emotionalen Synästhesie, bei der das Gehirn Gefühle und Personen mit Farben verknüpft. Die Farbe entsteht im Kopf des Sehenden, nicht um den Körper des Gesehenen – aber sie ist für den Sehenden echt.
Nachbilder und Kontrast. Die Aura-Seh-Übung von oben funktioniert bei fast jedem, weil sie ein physiologisches Nachbild erzeugt. Ein heller Saum um dunkle Formen vor hellem Hintergrund ist Wahrnehmung, kein Feld.
Farbpsychologie. Dass Rot Energie, Blau Ruhe und Gelb Heiterkeit bedeutet, empfindest Du als selbstverständlich – weil diese Verknüpfungen kulturell gelernt sind und in Experimenten zu Farbe und Emotion erstaunlich stabil auftauchen. Die Aura-Lehre hat sie nicht erfunden, sondern aufgegriffen: Leadbeaters Farbtabelle von 1902 ist im Kern eine Tabelle westlicher Farbassoziationen. Deshalb fühlt sich die Deutung „richtig“ an.
Barnum-Effekt. „Du bist kreativ, spürst viel und brauchst manchmal Rückzug“ – das passt auf fast jeden Menschen, der sich für Aura-Farben interessiert. Allgemein formulierte Beschreibungen erleben wir als treffend, besonders wenn sie schmeicheln. Das gilt für Aura-Readings genauso wie für Horoskope – und für die Lebenszahl.
Was der Körper wirklich abstrahlt. Menschen strahlen tatsächlich – nur nicht sichtbar. Der Körper gibt Wärme ab, die eine Infrarotkamera als farbiges Bild zeigt. Er sendet ein ultraschwaches Glimmen aus, das japanische Forscher 2009 mit hochempfindlichen Kameras fotografierten (Kobayashi, Kikuchi und Okamura, PLoS ONE) – rund tausendmal zu schwach für das menschliche Auge, mit Tagesrhythmus und am stärksten im Gesicht. Und das Herz erzeugt ein Magnetfeld, das sich mit Spezialgeräten messen lässt. Nichts davon ist farbig, nichts davon sieht ein Aura-Leser, und nichts davon sagt etwas über Deine Persönlichkeit. Aber es erklärt, warum die Intuition „da ist etwas um den Körper“ nicht völlig aus der Luft gegriffen ist.
Ausstrahlung ist real. Menschen lesen Haltung, Mimik, Stimme, Blick und Bewegung in Sekundenbruchteilen und bilden daraus einen Eindruck – erschöpft, offen, angespannt, warm. Das Wort Ausstrahlung beschreibt genau das, und die Aura ist seine farbige Metapher. Wenn eine Aura-Leserin sagt, Deine Aura sei grau und löchrig, hat sie wahrscheinlich gesehen, dass Du müde bist und die Schultern hängen. Das ist keine Entzauberung, sondern eine Übersetzung – und ein Grund, warum ein gutes Aura-Reading sich wahr anfühlen kann, obwohl es kein Feld gibt. Dieselbe Logik gilt für die Karten: Warum Kartenlegen wirkt, obwohl die Karten nichts wissen, habe ich an anderer Stelle beschrieben.
Aura-Farben und Lenormandkarten: Welche Karte zu welcher Farbe passt
Die Lenormandkarten kennen keine Aura, aber dieselben Grundthemen – Energie, Herz, Verstand, Wachstum, Ruhe, Tiefe, Abschied. Wenn Du mit Farben arbeitest, kannst Du jeder Aura-Farbe eine Karte zuordnen und sie als Tageskarte oder Fokus für eine Legung nutzen. Die Zuordnung ist meine eigene, keine Überlieferung:
| Aura-Farbe | Lenormandkarte | Gemeinsames Thema |
| Rot | Reiter (Karte 1) | Energie, Bewegung, Aufbruch, Tatkraft |
| Orange | Blumen (Karte 9) | Lebensfreude, Kreativität, Geschenke des Alltags |
| Gelb | Sonne (Karte 31) | Optimismus, Klarheit, Erfolg, Wärme |
| Grün | Baum (Karte 5) | Gesundheit, Wachstum, Wurzeln, Heilung |
| Türkis | Schiff (Karte 3) | Weite, Aufbruch, Sehnsucht, Fließen |
| Blau | Anker (Karte 35) | Ruhe, Verlässlichkeit, Treue, Halt |
| Indigo | Sterne (Karte 16) | Intuition, Klarheit, Führung, Hoffnung |
| Violett | Buch (Karte 26) | Wissen, Geheimnis, Lernen, das noch Verborgene |
| Rosa | Herz (Karte 24) | Liebe, Zärtlichkeit, Mitgefühl |
| Weiß | Lilien (Karte 30) | Reinheit, Frieden, Harmonie, Reife |
| Gold | Fische (Karte 34) | Fülle, Wert, Großzügigkeit |
| Silber | Mond (Karte 32) | Gefühl, Empfänglichkeit, Nacht, Anerkennung |
| Braun | Berg (Karte 21) | Erdung, Beständigkeit, Geduld, Hindernis |
| Grau | Wolken (Karte 6) | Unklarheit, Übergang, Zweifel |
| Schwarz | Sarg (Karte 8) | Abschluss, Transformation, Loslassen |
Du kannst die Tabelle in zwei Richtungen lesen: Hat Dein Aura-Foto viel Grün gezeigt, lohnt ein Blick auf den Baum – Gesundheit, Geduld, Wachstum. Oder Du ziehst eine Tageskarte und fragst Dich, welche Farbe sie heute in Dein Feld bringt. Beides ist dasselbe Prinzip: ein Symbol, das Dich zum Nachdenken über Dich selbst bringt. Wie Du die 36 Karten im Einzelnen deutest, steht in der Übersicht aller Lenormandkarten; welche Symbole die Spiritualität sonst kennt, in den spirituellen Symbolen.
Fazit: Die Aura ist eine Sprache, kein Messgerät
Die Bedeutung der Aura-Farben ist seit über hundert Jahren erstaunlich stabil: Rot Kraft, Orange Freude, Gelb Verstand, Grün Herz, Blau Ruhe, Indigo Intuition, Violett Geist, Rosa Liebe, Weiß Reinheit – und jede Farbe hat eine trübe Schattenseite. Ein Energiefeld, das diese Farben trägt, hat niemand nachweisen können; Aura-Fotos messen Deine Handfeuchtigkeit, Aura-Leser Deine Ausstrahlung, und wer wirklich Farben um Menschen sieht, erlebt vermutlich eine Form der Synästhesie. Nützlich ist die Aura trotzdem – als Sprache für das, was Du an Dir und anderen spürst, aber schwer in Worte fasst, und ihre Interpretation als Werkzeug der Selbsterkenntnis. Nimm Deine Farbe als Frage, nicht als Befund: Was von dem, was sie beschreibt, stimmt gerade – und was davon möchtest Du ändern?
Häufige Fragen zu Aura-Farben
Was bedeutet eine blaue Aura?
Eine blaue Aura steht für Ruhe, Wahrheit, Kommunikation und Verlässlichkeit. Hellblau zeigt Klarheit und Gelassenheit, Dunkelblau Tiefe, Intuition und Verantwortung. Trübes Blau deutet die Aura-Lehre als Melancholie oder Rückzug. Blau gehört zum Halschakra.
Was bedeutet eine gelbe Aura?
Eine gelbe Aura steht für Intellekt, Optimismus, Selbstvertrauen und Lernfreude. Menschen mit gelber Aura gelten als neugierig, geistig wach und heiter. Blasses oder schmutziges Gelb wird als Überdenken, Angst und Kontrollbedürfnis gedeutet. Gelb gehört zum Solarplexuschakra.
Was bedeutet eine lila oder violette Aura?
Eine lila Aura steht für Spiritualität, Vision, Sinnsuche und Kreativität. Lavendel zeigt Fantasie und Offenheit, tiefes Violett Weisheit und spirituelle Reife. Schattenseite: Abgehobenheit und Realitätsflucht. Violett gehört zum Kronenchakra.
Was bedeutet eine weiße Aura?
Weiß gilt als die seltenste Aura-Farbe und steht für Reinheit, Schutz, Neubeginn und hohe Schwingung. Ein trübes, milchiges Weiß wird dagegen als Erschöpfung und Ungeerdetheit gedeutet. Weiß enthält alle Farben und gehört zum Kronenchakra.
Welche Aura-Farbe ist die seltenste?
Nach der Überlieferung sind Weiß und Gold die seltensten Aura-Farben, weil sie Heiligen, Heilern und spirituell sehr reifen Menschen zugeschrieben werden. Auf Aura-Fotos erscheinen dagegen Rot, Orange und Gelb am häufigsten – weil die Kameras Anspannung und warme Hände in diese Farben übersetzen.
Kann sich die Aura-Farbe ändern?
Ja. Die Grundfarbe soll über Jahre stabil bleiben und sich nur mit großen Lebenswenden wandeln; die Nebenfarben ändern sich mit Stimmung, Gesundheit und Lebenslage. Aura-Fotos ändern sich sogar innerhalb von Minuten, weil sie Hautleitwert und Temperatur messen.
Kann ein Mensch mehrere Aura-Farben haben?
Nach der Aura-Lehre ja: Die meisten Menschen haben eine dominante Grundfarbe und ein bis zwei Nebenfarben, die aktuelle Themen zeigen. Ein Regenbogen aus vielen Farben wird als Zeichen für Heiler und Menschen in starker Veränderung gedeutet.
Gibt es gute und schlechte Aura-Farben?
Nein. Jede Farbe hat eine klare und eine trübe Form; die Qualität zählt mehr als der Farbton. Auch Schwarz und Grau sind keine „schlechten“ Farben, sondern beschreiben Zustände wie Abgrenzung, Trauer oder Übergang.
Wie kann ich meine Aura stärken?
Die Energielehre empfiehlt Zeit in der Natur, Salzbäder, Räuchern, bewusstes Atmen, Meditation, Visualisierung von Licht und vor allem klare Grenzen gegenüber Menschen, die Dir Kraft rauben. Nüchtern übersetzt: Schlaf, Bewegung, Ruhe und Selbstfürsorge – eine „schwache Aura“ ist fast immer Erschöpfung.
Sind Aura-Farben wissenschaftlich belegt?
Nein. Ein farbiges Energiefeld um den Menschen wurde nie nachgewiesen, und Aura-Leser scheitern unter kontrollierten Bedingungen. Dass Menschen Auren sehen, erklärt die Forschung mit Synästhesie, Nachbildern und gelernten Farbassoziationen; Aura-Kameras messen Hautleitwert und Temperatur, kein Feld.
Was bedeutet Aura in der Medizin?
In der Medizin ist die Aura eine Wahrnehmungsstörung vor einem Migräne- oder epileptischen Anfall: flimmernde Zickzacklinien, Lichtblitze, farbige Ränder, Kribbeln oder Déjà-vu, meist 5 bis 60 Minuten lang. Wer so etwas neu und wiederholt erlebt, sollte es ärztlich abklären lassen.
Wenn Du Deine Farbe gefunden hast, schau Dir an, welches Chakra zu ihr gehört und wie Du es stärkst – oder leg die passende Lenormandkarte als Fokus für die Woche. Und falls Du Dich fragst, ob all das mehr ist als ein schönes Spiel: Die ehrliche Antwort steht oben, und sie macht die Farben nicht weniger nützlich.

Damian Garrett
Legt seit 2005 die Lenormandkarten. Autor des Lenormand-Praxisbuchs und Entwickler eines eigenen Systems zur Deutung der Kartenkombinationen. Hauptberuflich in der psychologischen Lehre und Forschung. → Mehr über den Autor
















