Lenormand2Go – Alle 36 Kartenbedeutungen, Kombinationen und kostenlose Legungen

Lenormand verstehen statt auswendig lernen

Lenormand selber legen und deuten: Anleitung zum Kartenlegen mit Lenormandkarten, Bedeutung der 36 Karten, passende Legesysteme und 7-Tage-Übungsplan – mit kostenlosen Legungen online

Lenormand selber legen: Hände legen Karten mit Mond- und Sonnenmotiv auf einen Holztisch, daneben Kerze und Kristalle, dazu der Schriftzug „Lege deine eigenen Karten“

Lenormand selber legen heißt: Du schreibst eine offene Frage auf, mischst die 36 Karten, legst sie in ein Legesystem mit festen Positionen und deutest sie als Kombination – die erste Karte nennt das Thema, die nächste beschreibt es. Dafür brauchst Du weder Vorwissen noch eine besondere Begabung, sondern ein Deck oder eine Online-Legung, eine kleine Legung für den Anfang und die Bereitschaft, Deine eigene Deutung ehrlich zu prüfen. Die Lenormandkarten eignen sich dafür besser als die meisten anderen Wahrsagekarten, weil ihre Symbolik alltagsnah ist: Das Haus ist ein Zuhause, der Brief ein Schriftstück, der Berg ein Hindernis. Deshalb ist das Lenormand Kartenlegen auch für Einsteiger gut zu schaffen.

Hier findest Du alles, was Du zum Lenormand selber legen und deuten brauchst: die Grundbedeutung aller 36 Lenormand-Karten mit ihrer Tendenz, die Regel, nach der aus zwei Karten ein Satz wird, die richtige Frage, die passende Legung für jede Frage, drei Legungen Schritt für Schritt, vier Techniken gegen Wunschdenken, ein Deutungsprotokoll und einen Übungsplan für die erste Woche. Ob man sich die Karten überhaupt selbst legen darf, beantworte ich in einem eigenen Beitrag: Sich selbst die Karten legen – darf man das?

Auf einen BlickLenormand selber legen: das Wichtigste
Was Du brauchstEin Deck mit 36 Karten (oder eine Online-Legung), ein Notizbuch, 10 bis 15 Minuten Ruhe
Grundregel der DeutungDie erste Karte ist das Thema, die zweite beschreibt es: Reiter + Wolken = eine Nachricht, die unklar ist
Beste Legung für den AnfangDie Tageskarte – morgens ziehen, abends prüfen
Die wichtigste LegungDie Dreierlegung: Ausgangslage, Entwicklung, Ergebnis
Die richtige FrageOffen, konkret, mit Zeitraum – und vor dem Mischen aufgeschrieben
Häufigster FehlerKarten einzeln vorlesen statt kombinieren – und nachlegen, wenn die Antwort nicht gefällt
Gegenmittel gegen WunschdenkenDeutung aufschreiben, bevor Du sie bewertest, und eine Gegenlesart formulieren
Kostenlos onlineTageskarte, Dreierlegung und Ja-Nein-Orakel mit sofortiger Deutung

Ich lege seit 2005 Lenormandkarten und arbeite hauptberuflich in der psychologischen Lehre und Forschung. Die Bedeutungen, Legesysteme und Kombinationen in diesem Beitrag folgen den Kartenseiten und Online-Legungen auf Lenormand2Go und dem Lenormand-Praxisbuch. Sie gelten für das Petit Lenormand mit 36 Karten.

Kann man Lenormandkarten selber legen und deuten?

Ja. Die Lenormandkarten gehören zu den Wahrsagekarten, die sich am besten zum Selberlegen eignen, weil jede der 36 Karten ein einfaches, leicht verständliches Motiv mit einer festen Grundbedeutung zeigt. Du musst keine Symbolsysteme auswendig lernen, sondern 36 Begriffe und eine Regel, wie sie sich verbinden. Den Rest lernst Du durch Legen.

Madame Lenormand und die Herkunft der Karten

Dass die Bildsprache so nah am Alltag ist, hat einen Grund in der Herkunft: Die Motive stammen aus einem Gesellschaftsspiel um 1800, dem „Spiel der Hoffnung“ von Johann Kaspar Hechtel. Nach der Pariser Wahrsagerin Marie Anne Lenormand (1772–1843) wurden die Karten erst nach ihrem Tod benannt; das Petit Lenormand mit 36 Karten ist seit etwa 1850 verbreitet. Madame Lenormand hat dieses Deck also nicht entworfen – das System, das Du heute lernst, ist eine Sammlung bewährter Konventionen. Genau das macht es zugänglich: Es gibt keine Geheimlehre, nur Regeln, die Du nachvollziehen kannst.

Was das Selberlegen schwieriger macht

Was das Selberlegen schwieriger macht als eine Legung für andere, ist nicht die Technik, sondern die Nähe zur eigenen Frage. Wer Fragesteller und Kartenleger in einer Person ist, liest leicht hinein, was er hofft. Dafür gibt es Gegenmittel – sie stehen weiter unten.

Lenormand oder Tarot: Was ist einfacher zum Selberlegen?

Für Einsteiger ist Lenormand meist einfacher: 36 statt 78 Karten, konkrete statt archetypische Motive und eine Deutung, die aus Kartenpaaren entsteht statt aus vielschichtigen Einzelkarten. Tarotkarten richten den Blick stärker auf innere Prozesse, die Lenormandkarten beschreiben äußere Umstände: einen Termin, eine Wohnung, eine Zahlung. Beides hat seinen Platz; den ausführlichen Vergleich findest Du unter Unterschied zwischen Tarot und Lenormand.

MerkmalLenormandTarot
Anzahl der Karten36 Karten78 Karten (22 große, 56 kleine Arkana)
Bildsprachealltagsnah, ein Motiv pro Kartesymbolisch, viele Details pro Karte
Woraus die Aussage entstehtaus der Kombination benachbarter Kartenvor allem aus der Einzelkarte in ihrer Position
Typische LegungenTageskarte, Dreierlegung, Neunerlegung, Große TafelTageskarte, Dreierlegung, Keltisches Kreuz
Spielraum für Wunschdenkenkleiner, weil die Motive eindeutig sindgrößer, weil jede Karte mehr Lesarten zulässt
Für wenEinsteiger und alle, die konkrete Alltagsfragen habenalle, die innere Prozesse und Selbstreflexion suchen

Das Keltische Kreuz aus dem Tarot wird gelegentlich auch mit Lenormandkarten gelegt, passt aber schlecht zu diesem Deck: Seine Positionen sehen nicht vor, dass benachbarte Karten zusammengelesen werden – und genau davon lebt die Lenormand-Deutung.

Was Du zum Lenormand selber legen brauchst

Zum Selberlegen brauchst Du nur vier Dinge: ein Kartendeck mit klaren Motiven, eine aufgeschriebene Frage, ein Notizbuch und zehn bis fünfzehn ruhige Minuten. Alles andere – Tücher, Kerzen, Rituale – ist Geschmackssache und ändert an der Deutung nichts.

  • Ein Kartendeck. Für den Anfang eignet sich ein Deck, auf dem Du jedes Symbol sofort erkennst, etwa ein klassisches Blatt mit Kartennummer. Worauf es ankommt, steht in moderne und klassische Lenormandkarten im Vergleich; eine Auswahl mit Bewertungen findest Du unter Die besten Lenormand Kartendecks.
  • Eine Frage auf Papier. Was Du nicht aufschreibst, verändert sich beim Deuten.
  • Ein Notizbuch oder eine Datei. Darin landet Dein Deutungsprotokoll – das wichtigste Lernwerkzeug überhaupt.
  • Ruhe. Nicht mitten im Streit und nicht mit dem Handy in der Hand. Drei bewusste Atemzüge vor dem Mischen reichen oft schon, um vom Grübeln ins Hinschauen zu wechseln.


Kein Deck zur Hand? Dann kannst Du die Lenormandkarten auch kostenlos online legen – die Karten ziehst Du dort selbst.

Die 36 Lenormand-Karten: Bedeutung und Tendenz zum Nachschlagen

Jede Lenormandkarte hat eine feste Grundbedeutung, die sich nie ändert – die umliegenden Karten färben sie nur ein. Die folgende Tabelle ist Dein Nachschlagewerk für die ersten Legungen. Die Spalte „Tendenz“ zeigt, ob eine Karte eine Sache eher unterstützt, eher herausfordert oder nur beschreibt, worum es geht. Diese Einteilung – 16 unterstützende, 10 herausfordernde und 10 neutrale Karten – ist eine Konvention, dieselbe, mit der das Ja-Nein-Orakel rechnet. Ein Klick auf den Kartennamen führt zur ausführlichen Bedeutung mit Liebe, Beruf und allen Kombinationen.

Nr.KarteGrundbedeutungTendenz
1ReiterNachricht, Bewegung, Neuigkeitunterstützend
2KleeGlück, kurze Chance, Leichtigkeitunterstützend
3SchiffReise, Ferne, Sehnsuchtunterstützend
4HausZuhause, Familie, Beständigkeitunterstützend
5BaumGesundheit, Wachstum, Lebenskraftunterstützend
6WolkenUnklarheit, Zweifel, Gedankenherausfordernd
7SchlangeUmweg, Verwicklung, Klugheitherausfordernd
8SargEnde, Abschluss, Loslassenherausfordernd
9BlumenFreude, Geschenk, Einladungunterstützend
10SenseSchnitt, plötzliche Entscheidungherausfordernd
11RutenDiskussion, Streit, Wiederholungherausfordernd
12EulenGespräch, Aufregung, Unruheherausfordernd
13KindNeuanfang, Unbefangenheit, Kleinesunterstützend
14FuchsTäuschung, Vorsicht, Arbeitherausfordernd
15BärKraft, Besitz, Autoritätneutral
16SterneKlarheit, Orientierung, Spiritualitätunterstützend
17StörcheVeränderung, Wandel, Umzugunterstützend
18HundFreundschaft, Treue, Vertrauenunterstützend
19TurmInstitution, Abgrenzung, Alleinseinneutral
20ParkÖffentlichkeit, Begegnung, Umfeldunterstützend
21BergHindernis, Blockade, Verzögerungherausfordernd
22WegeEntscheidung, Wahl, Alternativeneutral
23MäuseVerlust, Abnutzung, Stressherausfordernd
24HerzLiebe, Zuneigung, Gefühlunterstützend
25RingBindung, Vertrag, Wiederholungneutral
26BuchWissen, Geheimnis, Ausbildungneutral
27Briefschriftliche Nachricht, Dokumentneutral
28Herrmännliche Hauptperson, Partnerneutral
29Dameweibliche Hauptperson, Partnerinneutral
30LilienFamilie, Reife, Sexualitätunterstützend
31SonneErfolg, Energie, Gelingenunterstützend
32MondAnerkennung, Gefühl, Seeleneutral
33SchlüsselLösung, Sicherheit, Durchbruchunterstützend
34FischeGeld, Finanzen, Fülleneutral
35AnkerStabilität, Arbeit, Beständigkeitunterstützend
36KreuzSchicksal, Last, Prüfungherausfordernd

Zwei Karten verdienen einen Hinweis: Herr und Dame sind die Personenkarten. Sie stehen für Dich selbst – den Fragesteller oder die Fragestellerin – oder für die wichtigste Bezugsperson und sind in einer Kombination immer das Thema, egal wo sie liegen. Welche weiteren Karten für Menschen stehen können, steht unter Personenkarten im Lenormand.

Die Grundregel der Deutung: Jede Kombination liest sich wie ein Satz

Beim Lenormand deutest Du nie eine einzelne Karte allein: Die erste Karte ist das Hauptwort, die zweite das Eigenschaftswort. Reiter + Wolken heißt deshalb „eine Nachricht, die unklar ist“ – nicht „Nachricht“ und „Unklarheit“ als zwei getrennte Stichworte. Wer die Karten einzeln vorliest, bekommt eine Stichwortliste; wer sie verbindet, macht aus dem Kartenbild eine Aussage. So lernst Du, Lenormand Karten deuten zu können, statt sie nur aufzuzählen.

Daraus folgen drei Regeln, die in jeder Legung gelten:

  1. Die Reihenfolge zählt. Brief + Fuchs ist ein Schreiben, dem man nicht trauen sollte. Fuchs + Brief ist eine Täuschung, die schriftlich dokumentiert ist. Dieselben Karten, zwei Aussagen.
  2. Eine Personenkarte ist immer das Thema. Dame + Fuchs beschreibt eine Frau, die taktisch vorgeht – auch wenn der Fuchs zuerst liegt.
  3. Die Legung sagt, was zuerst kommt. In einer Reihe ohne feste Positionen liest Du von links nach rechts. Hat eine Legung eine Hauptkarte oder Themenkarte, beginnst Du dort.

KombinationSo liest Du sie
Reiter + WolkenReiter + Wolken zeigt eine Nachricht, die unklar ist oder Zweifel auslöst.
Schiff + BergSchiff + Berg zeigt eine Bewegung, die blockiert ist: Der Aufbruch stockt.
Berg + SchlüsselBerg + Schlüssel zeigt ein Hindernis, das sich löst.
Schlüssel + BergSchlüssel + Berg zeigt eine Lösung, die blockiert ist.
Herz + WolkenHerz + Wolken zeigt eine Liebe, die getrübt ist – Missverständnisse, Unklarheit.
Brief + FuchsBrief + Fuchs zeigt ein Schreiben, das nicht ehrlich ist.
Fuchs + SchlüsselFuchs + Schlüssel zeigt eine List, die sich auflöst und auffliegt.
Buch + MäuseBuch + Mäuse zeigt Wissen, das schwindet, oder ein Lernen, an dem etwas zehrt.

Aus 36 Karten ergeben sich 1.260 mögliche Paare. Wie Du sie systematisch deutest, steht unter Lenormand Kombinationen; die wichtigsten Paare jeder Karte findest Du auf der jeweiligen Kartenseite. Wer beim Selberlegen alle Kartenkombinationen nachschlagen möchte, hat im Praxisbuch alle 6.300 Kombinationsdeutungen für fünf Lebensbereiche beisammen.

Die richtige Frage formulieren

Eine gute Frage an die Lenormandkarten ist offen, konkret, hat einen Zeitraum und handelt von Dir. Die Qualität Deiner Frage bestimmt die Qualität Deiner Deutung: Auf „Was erwartet mich?“ passt jede Karte, auf „Worauf sollte ich in den nächsten vier Wochen bei meiner Wohnungssuche achten?“ nur wenige. Eine offene Frage gibt Dir deshalb mehr Aufschluss als eine geschlossene.

Statt …Besser …Warum
„Wird alles gut?“„Worauf läuft meine Wohnungssuche in den nächsten vier Wochen hinaus?“konkretes Thema, Zeitraum, beobachtbar
„Liebt er mich?“„Was sollte ich über die Verbindung zwischen mir und ihm wissen?“Die Karten schauen nicht in fremde Köpfe.
„Bekomme ich den Job?“„Worauf kommt es bei meiner Bewerbung in den nächsten Wochen an?“Die Antwort gibt Dir einen Handlungsspielraum.
„Soll ich kündigen oder bleiben?“Entscheidungslegung mit „A = bleiben, B = wechseln“Zwei Optionen brauchen eine Legung mit zwei Seiten.
„Was passiert dieses Jahr?“„Was bringt mir dieses Jahr?“ als Jahreslegung – mit RückschauZeiträume liest Du als Themen, nicht als Termine.

Ja-Nein-Fragen sind nicht verboten, aber sie brauchen eine Legung, die darauf ausgelegt ist, und eine Entscheidung, die wirklich bei Dir liegt: „Soll ich das Angebot annehmen?“ funktioniert, „Werde ich glücklich?“ nicht. Bei Liebesfragen ist die Versuchung am größten, nach dem Innenleben eines anderen Menschen zu fragen – formuliere sie so, dass Du im Mittelpunkt stehst. Welche Fragen sich für welche Lebensbereiche eignen, zeige ich am Beispiel Arbeit im Beitrag Lenormand Beruf.

Welche Legesysteme passen zu Deiner Frage?

Die Frage entscheidet über das Legesystem, nicht umgekehrt – und im Zweifel nimmst Du die kleinere Legung. Eine sauber gedeutete Dreierlegung sagt mehr als eine Große Tafel, in der Du Dich verlierst. Es gibt verschiedene Legesysteme für verschiedene Fragen, und für komplexe Fragen nimmst Du erst dann eine größere Legung, wenn die kleinen sitzen. Die folgende Übersicht ordnet jeder Frageart die passende Lenormand-Legung zu; alle Legungen kannst Du mit eigenen Karten legen oder online ziehen.

LegungKartenPasst zu der Frage …
Tageskarte1„Worauf soll ich heute achten?“ – der tägliche Impuls und die beste Übung
Dreierlegung3„Worauf läuft es hinaus?“ – Ausgangslage, Entwicklung, Ergebnis
Ja-Nein-Orakel3„Soll ich …?“ – eine Entscheidung mit zwei Ausgängen, als Tendenz
Kleines Kreuz5„Was sollte ich über … wissen?“ – verschiedene Aspekte einer Sache auf einen Blick
Entscheidungslegung7„A oder B?“ – was jeder Weg bringt, kostet und wohin er führt
Sieben-Karten-Weg7„Wie komme ich von hier nach dort?“ – persönliche Entwicklungen in Schritten
Liebeslegung7Fragen zu Liebe und Beziehung – beide Seiten und was dazwischen steht
Neunerlegung9„Wie steht es um …?“ – ein Thema gründlich, mit Innen und Außen
Monatslegung / Jahreslegung5 / 13„Was bringt mir dieser Monat, dieses Jahr?“ – Themen eines Zeitraums
Große Tafel36„Wie steht es insgesamt?“ – das ganze Bild, für Fortgeschrittene

Einen Überblick über jedes Lenormand-Legesystem mit Legemuster findest Du unter Legesysteme.

Lenormand selber legen: Anleitung in sechs Schritten

Jede Kartenlegung folgt demselben Ablauf: Frage aufschreiben, Legesystem festlegen, mischen, abheben, alle Karten auslegen und erst dann deuten. Das ist kein esoterisches Ritual, sondern ein Schutz vor Dir selbst – jeder Schritt verhindert, dass Du das Ergebnis unterwegs zurechtbiegst.

  1. Frage aufschreiben. Offen, konkret, mit Zeitraum.
  2. Legesystem festlegen – vor dem Mischen. Wie viele Karten, welche Position bedeutet was? Bei der Entscheidungslegung zusätzlich: Was ist Weg A, was Weg B?
  3. Mischen. Die Technik ist zweitrangig, wichtig ist, dass Du bei Deiner Frage bleibst. Was es mit herausfallenden Karten auf sich hat, steht unter Lenormand Karten mischen.
  4. Abheben und ziehen. Karten vom Stapel in der Reihenfolge der Positionen auslegen.
  5. Alle Karten aufdecken, dann deuten. Erst wenn alle Karten ausgelegt sind, beginnt die Deutung. Wer nach jeder Karte schon deutet, baut sich unterwegs eine Geschichte und liest die letzte Karte passend dazu.
  6. Aufschreiben und nicht nachlegen. Eine Frage, eine Legung. Die Deutung kommt ins Protokoll, die Karten zurück in den Stapel.

Drei Lenormand-Legungen zum Selberlegen, Schritt für Schritt

Mit diesen drei Legungen kannst Du fast jede Alltagsfrage beantworten. Sie bauen aufeinander auf: Die Tageskarte schult das Hinschauen, die Dreierlegung das Kombinieren, die Entscheidungslegung das Vergleichen.

Die Tageskarte: morgens ziehen, abends prüfen

Die Tageskarte ist die beste Übung zum Lenormand selber legen, weil sie die einzige Legung ist, die Du am selben Abend überprüfen kannst. Morgens mischst Du kurz, gehst mit der Haltung „Worauf soll ich heute achten?“ an den Stapel, ziehst eine Karte und schreibst einen Satz dazu – nicht die Bedeutung, sondern Deinen Satz für Deinen Tag.

Abends stellst Du zwei Fragen: Wo ist die Karte heute vorgekommen? Und: Hätte ich sie anders gedeutet, wenn ich den Tag gekannt hätte? Die zweite Frage macht Dich besser. Nach einigen Wochen merkst Du oft, dass Du morgens die dramatische Lesart wählst und der Tag die leise bringt: Der Sarg am Morgen steht für einen Abschluss, nicht für eine Katastrophe.

Wenn Dir eine Karte zu wenig wird, nimm eine Legevariante mit zwei Karten: die erste als Thema, die zweite als Eigenschaft. So übst Du jeden Morgen das Kombinieren. Die Lenormand Tageskarte kannst Du auch online ziehen und die Deutung dort als zweite Stimme neben Deine eigene legen.

Die Dreierlegung: Ausgangslage, Entwicklung, Ergebnis

Die Dreierlegung beantwortet die Frage „Worauf läuft es hinaus?“ mit drei Positionen: Ausgangslage, Entwicklung und Ergebnis. Position 1 zeigt, wo Du gerade stehst, Position 2, was sich bewegt, und Position 3, worauf es hinausläuft, wenn Du nichts änderst. Die dritte Karte ist also keine Prophezeiung, sondern eine Hochrechnung – und genau deshalb kannst Du etwas damit anfangen. Manche lesen die drei Plätze als Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft; für Fragen, bei denen Du handeln willst, trägt die Lesart Ausgangslage – Entwicklung – Ergebnis weiter.

Gedeutet wird in drei Durchgängen. Ein Beispiel mit der Frage „Worauf läuft mein aktuelles Projekt hinaus, wenn ich nichts ändere?“ und den drei Lenormandkarten Schiff, Berg und Schlüssel:

DurchgangWas Du liestDeutung im Beispiel
1. Einzelnjede Karte in ihrer PositionSchiff: Das Projekt ist in Bewegung. Berg: Ein Hindernis wirkt. Schlüssel: Es gibt eine sichere Lösung.
2. PaareKarte 1 + 2, Karte 2 + 3Schiff + Berg: Der Aufbruch stockt. Berg + Schlüssel: Das Hindernis löst sich.
3. Bogenvon Karte 1 zu Karte 3, die Mitte als ErklärungVon der Bewegung zur Lösung – über ein Hindernis, das Kraft kostet. Wer das weiß, plant den Berg ein.

Die Falle ist die dritte Karte. Läge dort der Sarg statt des Schlüssels, kommt der Reflex, „zur Klärung“ eine vierte Karte zu ziehen. Lass es. Karte 3 ist eine Richtung, und eine Richtung änderst Du nicht mit einer weiteren Karte, sondern mit dem, was Du tust. Die 3-Karten-Legung gibt es kostenlos online, mit genau diesen drei Durchgängen.

Die Entscheidungslegung: zwei Wege im Vergleich

Stehst Du zwischen zwei Möglichkeiten, legst Du sieben Karten: oben Deine Haltung, darunter für jeden Weg drei Karten für „bringt“, „kostet“ und „führt zu“. Bevor Du mischst, legst Du fest, was Weg A und was Weg B ist. Ohne diese Festlegung lässt sich hinterher jede Karte auf den Weg schieben, den Du ohnehin wolltest.

Beispiel: „Bleibe ich in meiner Stelle (A) oder nehme ich das Angebot an (B)?“ Oben liegt der Anker – es geht Dir um Halt. Weg A: Haus, Mäuse, Turm – Sicherheit, an der etwas nagt und die enger wird. Weg B: Schiff, Berg, Sterne – ein Aufbruch, der über ein Hindernis zur Orientierung führt. Gemessen am Anker hält Weg A, wird aber enger; Weg B kostet mehr und gibt Richtung.

Welcher Weg mehr Halt gibt, sagt die Legung nicht. Sie zeigt, was jeder Weg bringt und kostet, und hilft Dir so, bewusste Entscheidungen zu treffen – welche Kosten Du tragen willst, entscheidest Du. Die Entscheidungslegung kannst Du online ziehen und die Namen Deiner beiden Wege eintragen.

Wenn Du weiterwillst: größere Legungen bis zur Großen Tafel

Sitzen diese drei, ist das kleine Kreuz der nächste Schritt: 5 Karten um einen Kern, mit einer Zeitachse und einer Ebenenachse. Für Zeiträume gibt es die Monatslegung mit einer Themenkarte oben und vier Karten für die Wochen. Danach kommen die Neunerlegung mit neun Karten im Quadrat und schließlich die Große Tafel mit allen 36 Karten, die Du auch online legen kannst. Die Große Tafel ist das anspruchsvollste Legesystem – leg sie selbst erst, wenn Dir Kombinationen leichtfallen, sonst suchst Du in 36 Karten so lange, bis irgendwo die gewünschte Antwort steht.

Wunschdenken erkennen: So gelingt die ehrliche Deutung Deiner eigenen Karten

Die größte Schwierigkeit beim Selberlegen ist der Bestätigungsfehler: Du findest in den Karten, was Du ohnehin hoffst oder befürchtest. Das ist keine Schwäche einzelner Menschen, sondern ein gut untersuchtes Muster. Der Psychologe Raymond Nickerson beschreibt ihn in einer vielzitierten Übersichtsarbeit als Neigung, Hinweise so zu suchen und zu deuten, dass sie zu bestehenden Überzeugungen passen (Nickerson 1998, Review of General Psychology).

Ein zweiter Effekt betrifft die Rückschau. Baruch Fischhoff zeigte 1975, dass Menschen, die den Ausgang eines Ereignisses kennen, im Nachhinein überschätzen, wie gut sie ihn vorhergesehen hätten (Fischhoff 1975, Journal of Experimental Psychology). Beim Kartenlegen heißt das: Wer seine Deutung nicht aufschreibt, erinnert sich später an die Version, die gepasst hat. Warum Kartenlegen trotzdem hilft, erkläre ich in Warum Kartenlegen wirkt, obwohl die Karten nichts wissen.

Vier Techniken gegen Wunschdenken beim Kartenlegen

  1. Erst das Bild, dann die Bedeutung. Beschreibe zuerst neutral, was auf der Karte zu sehen ist und welche Grundbedeutung sie hat. Erst danach stellst Du den Bezug zu Deiner Frage her.
  2. Eine Gegenlesart formulieren. Frag Dich: Was würde diese Kombination bedeuten, wenn meine erste Deutung falsch wäre? Du musst ihr nicht zustimmen, aber Du musst sie ernsthaft prüfen.
  3. Aufschreiben, bevor Du bewertest. Notiere die Deutung, bevor Du entscheidest, ob sie Dir gefällt. Das ist die wirksamste der vier Techniken, weil sie auch den Rückschaufehler abfängt.
  4. Regeln vorher festlegen. Positionen, Lesereihenfolge und bei Ja-Nein-Fragen die Tendenz der Karten stehen fest, bevor die erste Karte liegt – dann kannst Du sie hinterher nicht mehr passend machen.


Der Selbstcheck nach jeder Legung:
„Würde ich dieser Deutung zustimmen, wenn mir eine fremde Person genau diese Karten so vorlegen würde?“ Lautet die Antwort nein, deute die Legung noch einmal von vorn – nicht, weil die unbequeme Lesart automatisch stimmt, sondern weil Neugier verlässlicher ist als Bestätigungssuche.

Die häufigsten Fehler beim Lenormand selber legen

Die meisten Fehler beim Selberlegen sind Deutungsfehler, keine Legefehler – und fast alle haben ein einfaches Gegenmittel. Missglückte Kartenlegungen scheitern selten am Deck, sondern fast immer an einem der folgenden Punkte.

FehlerWoran Du ihn erkennstWas Du stattdessen tust
Einzelkarten vorlesenDeine Deutung ist eine Liste von StichwortenPaare bilden: erste Karte Thema, zweite Eigenschaft
Positionen ignorierenDer Berg bedeutet bei Dir immer dasselbe, egal wo er liegtJede Karte in ihrer Rolle lesen: Berg als Entwicklung heißt Hindernis jetzt, als Ergebnis heißt es bleibt blockiert
NachlegenDu ziehst eine vierte Karte, weil die dritte unbequem istEine Frage, eine Legung – dieselbe Frage erst wieder, wenn sich die Lage geändert hat
Zu große Legung zu frühDu findest in der Großen Tafel für jede Hoffnung eine KarteSo klein wie möglich, so groß wie nötig
Nachbarn im Kreuz als Paar lesenLinks und rechts ergeben bei Dir eine eigene KombinationIm kleinen Kreuz beschreibt jede äußere Karte die Mitte, nicht ihre Nachbarin
Zeiträume als Kalender lesenDu planst den Juli um den Sarg in der JahreslegungJede Karte ist das Thema eines Zeitraums, kein Termin
Fragen über andere stellen„Was denkt er gerade?“Frag, was Du über die Verbindung wissen solltest – die Karten zeigen Deine Lage

Wie oft Du dieselbe Frage legen solltest, ohne in eine Dauerbefragung zu rutschen, steht unter Wie oft Karten legen?. Wann eine Legung eine Zeitangabe hergibt, erklärt Lenormandkarten Zeitangaben.

Das Deutungsprotokoll: Dein wichtigstes Lernwerkzeug

Ein Deutungsprotokoll hält fest, was Du gefragt, gezogen und gedeutet hast – und was später tatsächlich passiert ist. Nach ein paar Wochen zeigt es Dir Deine Stärken und Deine blinden Flecken: welche Karten Du zu dramatisch liest, welche Themen Du schönfärbst, welche Legungen Dir liegen. Keine Kartenbedeutung bringt Dich beim Lenormand selber legen so schnell weiter.

FeldWas Du notierstBeispiel
Datum und Fragewörtlich, so wie Du sie vor dem Mischen aufgeschrieben hast17.09. – „Worauf läuft mein Projekt hinaus, wenn ich nichts ändere?“
LegungLegesystem und PositionenDreierlegung: Ausgangslage, Entwicklung, Ergebnis
Kartenin der Reihenfolge der PositionenSchiff – Berg – Schlüssel
Erster Eindruckein Satz, bevor Du nachschlägst„Das geht gut aus, aber nicht sofort.“
DeutungEinzeln, Paare, BogenDer Aufbruch stockt, das Hindernis löst sich.
Gegenlesartdie unbequeme Variante„Das Hindernis bin ich selbst – ich schiebe den nächsten Schritt auf.“
Rückschaunach zwei bis vier Wochen: Was ist eingetreten?„Verzögerung durch fehlende Unterlagen, dann Zusage.“

Mit der Zeit bekommt manche Karte für Dich eine eigene Bedeutung – eine Erinnerung, ein Mensch, ein wiederkehrendes Thema. Halte das im Protokoll fest, aber verwechsle es nicht mit der Grundbedeutung. Für die Tageskarte reichen zwei Zeilen: morgens Karte und Satz, abends „Wo kam sie vor?“ und „Hätte ich sie anders gedeutet?“.

Lenormand lernen durch Selberlegen: der 7-Tage-Übungsplan

Mit zehn bis fünfzehn Minuten am Tag kommst Du in einer Woche von der ersten Karte zur ersten Entscheidungslegung. Kurze, über mehrere Tage verteilte Einheiten sind dabei kein Kompromiss, sondern die bessere Lernform: Eine Metaanalyse über 317 Experimente zeigt, dass Wissen, das über mehrere Sitzungen verteilt geübt wird, besser im Gedächtnis bleibt als bei derselben Übungszeit am Stück (Cepeda und Kollegen 2006, Psychological Bulletin).

TagLegungAufgabeZeit
Tag 1TageskarteKarte ziehen, Bild beschreiben, Grundbedeutung nachschlagen, einen Satz für den Tag schreiben; abends prüfen10 Min.
Tag 2Tageskartewie Tag 1, dazu eine Gegenlesart notieren10 Min.
Tag 3Tageskarte mit Nachbarinzwei Karten ziehen und als Paar lesen: erste Karte Thema, zweite Eigenschaft10 Min.
Tag 4Dreierlegungeine offene Frage mit Zeitraum aufschreiben, drei Karten legen, Durchgang 1 und 215 Min.
Tag 5Dreierlegungneue Frage, alle drei Durchgänge inklusive Bogen, Selbstcheck15 Min.
Tag 6Entscheidungslegungeine echte Entscheidung wählen, A und B festlegen, Haltung zuerst lesen15 Min.
Tag 7Rückschaudas Protokoll der Woche lesen: Wo lagst Du richtig, wo hast Du dramatisiert oder geschönt?15 Min.

Je regelmäßiger Du legst, desto vertrauter wird Deine Verbindung zu den Karten: Die Grundbedeutungen sitzen, und Du erkennst Muster, ohne nachzuschlagen. Wie es danach weitergeht: Behalte die Tageskarte bei, lege pro Woche eine Dreierlegung zu einer echten Frage und nimm nach zwei bis drei Wochen das kleine Kreuz dazu. Wer die Lenormandkarten systematisch lernen will, findet den Weg vom ersten Deck bis zur Großen Tafel unter Kartenlegen lernen. Ein Tipp für die Rückschau an Tag 7: Lies zu jeder Karte der Woche die ausführliche Kartenseite und halte sie gegen Deine eigene Deutung – nicht als Korrektur, sondern als zweite Stimme.

Lenormand Kartenlegen online kostenlos: selber legen ohne Deck

Auf Lenormand2Go ziehst Du die Karten bei allen Legungen selbst und kostenlos – ohne eigenes Deck und ohne Anmeldung. Tageskarte, Dreierlegung und Ja-Nein-Orakel liefern die Deutung sofort und vollständig. Bei Kleinem Kreuz, Sieben-Karten-Weg, Entscheidungs-, Monats- und Jahreslegung, Liebeslegung, Neunerlegung und Großer Tafel ist das Ziehen ebenfalls kostenlos; die ausführliche Deutung schaltest Du mit Deiner E-Mail-Adresse frei. Alle Legungen findest Du unter Lenormandkarten legen.

Wie genau ist das? Die Online-Legung arbeitet mit denselben Grundbedeutungen, Positionen und Kombinationsregeln wie dieser Beitrag. Sie ersetzt nicht Dein eigenes Urteil – sie gibt Dir eine strukturierte Deutung, gegen die Du Deine eigene halten kannst. Karten beschreiben Tendenzen, keine feststehenden Ereignisse, ob online oder auf dem Tisch.

Eigene Karten oder online legen?

KriteriumEigenes DeckOnline-Legung
Kosteneinmalig für das DeckZiehen kostenlos, einfache Legungen komplett kostenlos
Lerneffekthoch – Du deutest ohne Vorlagehoch als Gegenprobe, gering, wenn Du nur liest
DeutungDeine eigenesofort, nach festen Regeln
Unterwegsunpraktischjederzeit am Handy
Haptik und RuheMischen und Legen als bewusster Momentschneller, weniger Ritual
Am besten fürÜbung, Protokoll, eigene LegesystemeEinstieg, Gegenprobe, Legungen ohne Deck

Die beste Kombination: mit eigenen Karten üben und die Online-Legungen nutzen, um zu sehen, wie eine strukturierte Deutung Schritt für Schritt aufgebaut ist.

Grenzen: Wann Du die Karten nicht selbst befragen solltest

In drei Situationen bringt eine eigene Legung wenig: wenn Du die Antwort schon zu wissen glaubst, in einer akuten Krise und bei medizinischen, rechtlichen oder finanziellen Entscheidungen. Das gilt auch für große Lebensentscheidungen: Die Karten können Deine Gedanken ordnen, die Verantwortung bleibt bei Dir. Im ersten Fall liest Du hinein, was Du ohnehin denkst. Im zweiten suchst Du Beruhigung, keine Auskunft – und wer dann mehrmals am Tag zum selben Thema zieht, rutscht in eine Abhängigkeit. Im dritten ersetzen Karten keine Ärztin, keinen Anwalt und keine Beratung.

Wenn Dich die Karten selbst verunsichern, hilft Angst vor dem Kartenlegen weiter. Wer seiner Intuition beim Deuten mehr Raum geben möchte, findet Übungen unter Intuition stärken.

Fazit: Lenormand selber legen ist eine Übung, keine Begabung

Lenormand selber legen und deuten lernt jeder, der vier Dinge beherzigt: eine aufgeschriebene Frage, eine kleine Legung mit festen Positionen, die Kombination statt der Einzelkarte und ein Protokoll, das die eigene Deutung überprüfbar macht. Der Bestätigungsfehler lässt sich nicht abschalten, aber mit Gegenlesart, Selbstcheck und Rückschau deutlich verkleinern. Fang heute mit einer einzigen Tageskarte an: beschreiben, deuten, aufschreiben – und abends nachsehen, was der Tag daraus gemacht hat.

Häufige Fragen zum Lenormand selber legen

Kann man Lenormandkarten selber legen und deuten?

Ja. Die 36 Lenormandkarten haben einfache Motive mit festen Grundbedeutungen und eignen sich deshalb gut zum Selberlegen. Entscheidend sind eine aufgeschriebene Frage, ein kleines Legesystem mit festen Positionen und die Deutung als Kombination: Die erste Karte nennt das Thema, die zweite beschreibt es.

Beginne mit der Tageskarte: morgens eine Karte ziehen, einen Satz für den Tag notieren und abends prüfen, wo die Karte vorkam. Nach einigen Tagen ziehst Du zwei Karten als Paar, danach folgt die Dreierlegung mit Ausgangslage, Entwicklung und Ergebnis.

Für Anfänger eignen sich die Tageskarte und die Dreierlegung am besten. Die Tageskarte schult das Hinschauen und lässt sich am selben Abend überprüfen, die Dreierlegung übt das Kombinieren. Die Große Tafel mit allen 36 Karten ist dagegen das anspruchsvollste Legesystem.

Für die meisten Einsteiger ist Lenormand einfacher: 36 statt 78 Karten, alltagsnahe Motive und eine Deutung aus Kartenpaaren. Tarot bietet mehr Symbolik pro Karte und damit mehr Tiefe für innere Prozesse, lässt aber auch mehr Spielraum für Wunschdenken.

Ja. Auf Lenormand2Go ziehst Du die Karten bei allen Legungen kostenlos selbst. Tageskarte, Dreierlegung und Ja-Nein-Orakel liefern die vollständige Deutung sofort; bei den größeren Legungen schaltest Du die ausführliche Deutung mit Deiner E-Mail-Adresse frei.

Gut sind offene, konkrete Fragen mit Zeitraum, die von Dir handeln, etwa „Worauf sollte ich in den nächsten vier Wochen bei meiner Bewerbung achten?“. Ungeeignet sind vage Fragen („Wird alles gut?“) und Fragen über das Innenleben anderer („Liebt er mich?“), denn die Karten zeigen Deine Lage, nicht fremde Gedanken.

Nicht nachlegen. Schreib die Deutung auf, formuliere eine Gegenlesart und frag Dich, was Du tun kannst: Die letzte Karte einer Dreierlegung zeigt, worauf es hinausläuft, wenn Du nichts änderst – sie ist eine Richtung, kein Urteil. Dieselbe Frage legst Du erst wieder, wenn sich an der Lage etwas geändert hat.

Mit vier Techniken: erst das Bild neutral beschreiben, dann deuten; eine Gegenlesart formulieren; die Deutung aufschreiben, bevor Du sie bewertest; und Positionen und Regeln vor dem Mischen festlegen. Der Selbstcheck lautet: Würde ich dieser Deutung zustimmen, wenn eine fremde Person sie mir so vorlegt?

Die 36 Grundbedeutungen sitzen bei täglicher Übung meist nach wenigen Wochen. Sicheres Kombinieren in größeren Legungen braucht länger und hängt vor allem davon ab, wie regelmäßig Du legst und Deine Deutungen im Protokoll überprüfst. Kurze tägliche Einheiten bringen dabei mehr als seltene lange.

Am besten eignet sich ein Deck mit klaren, sofort erkennbaren Motiven und aufgedruckter Kartennummer, zum Beispiel ein klassisches Blatt. Stark künstlerische Decks sind schön, verlangsamen aber am Anfang den Weg vom Bild zur Bedeutung.

Nein. Beim Selberlegen wirken die Karten vor allem als Strukturhilfe: Sie zwingen Dich, eine Frage zu formulieren, eine Lage aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und Deine Einschätzung in Worte zu fassen. Das funktioniert unabhängig davon, was Du über den Ursprung der Aussagen denkst.

Bild von Damian Garrett

Damian Garrett

Legt seit 2005 die Lenormandkarten. Autor des Lenormand-Praxisbuchs und Entwickler eines eigenen Systems zur Deutung der Kartenkombinationen. Hauptberuflich in der psychologischen Lehre und Forschung. → Mehr über den Autor

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