Lenormand2Go – Alle 36 Kartenbedeutungen, Kombinationen und kostenlose Legungen

Lenormand verstehen statt auswendig lernen

Lenormandkarten Zeitangaben: Zeitkarten deuten und das „Wann“ bestimmen

Lenormand Kartenlegen mit Sanduhr, Kerze und Blumen für Deutung lernen.

Zeitangaben im Lenormand entstehen nicht aus einer einzelnen Karte, sondern aus drei Bausteinen: der Zeiteinheit, die Du vor dem Mischen festlegst, dem Tempo der Zeitkarte im Kartenbild und ihrer Nachbarschaft zur Personenkarte. Schnelle Karten wie Reiter, Klee und Sense zeigen Stunden bis Tage, langsame wie Berg, Baum und Anker Monate bis Jahre. Diese Seite gibt Dir alle 36 Karten mit ihrer Zeitangabe, vier klare Deutungsregeln und einen Weg für widersprüchliche Zeitaussagen.

Was sind Zeitkarten im Lenormand?

Zeitkarten sind die Lenormandkarten, deren Symbol eine Aussage über Dauer, Tempo oder einen Zeitpunkt zulässt. Der Reiter bringt Nachricht und Bewegung – er ist schnell. Der Berg ist ein Hindernis – er ist langsam. Diese Logik steckt bereits im Bild, deshalb braucht die Deutung der Zeit im Lenormand keine Zusatzregeln, sondern nur ein sauberes Vorgehen und einen Zeitrahmen, den Du selbst setzt.

Eine echte Zeitkarte im engeren Sinn gibt es dabei nicht: Jede der 36 Karten kann in einer Legung zum Zeitfaktor werden, sobald sie neben der Personenkarte oder auf der Zeitposition eines Legesystems liegt. Was die Lenormand Zeitkarten unterscheidet, ist ihr Tempo – und genau das lässt sich lernen, auch als Kartenleger ohne jahrelange Praxis. Wer die Lenormandkarten zu deuten lernt, bekommt mit den Zeitangaben das Werkzeug, um auf „Wann passiert es?“ eine belastbare Antwort zu geben statt einer Zahl aus dem Bauch heraus.

Die Wahrsagekarten nach Marie Anne Lenormand – im Volksmund Madame Lenormand – tragen bis heute die Symbole der Skatkarten in der Ecke. Für die Zeitbestimmung spielen diese Beikarten in der deutschen Praxis kaum eine Rolle – entscheidend sind das Bild und die Kombination. Diese Beikarten stammen aus dem Nürnberger Gesellschaftsspiel Das Spiel der Hofnung von 1799, aus dem sich das heutige Deck entwickelt hat; das British Museum bewahrt ein vollständiges Exemplar einer frühen Nürnberger Ausgabe mit 36 Karten.

Die schnellen und die langsamen Karten auf einen Blick

Bevor Du die große Übersicht durchgehst: Diese acht Karten entscheiden in der Praxis am häufigsten, ob etwas zügig oder zäh läuft.

TempoKartenBedeutung für die Zeitangabe
Sehr schnellReiter (1), Klee (2), Sense (10)Stunden bis wenige Tage, oft schon unterwegs
SchnellBlumen (9), Störche (17)Tage bis wenige Wochen, Bewegung ist da
LangsamSchiff (3), Baum (5)Wochen bis Monate, entwickelt sich
Sehr langsamBerg (21), Anker (35)Monate bis Jahre, blockiert oder dauerhaft

Merke: Bei zwei widersprüchlichen Zeitangaben im Kartenbild gewinnt fast immer die langsamere Karte. Ein Berg neben dem Reiter macht aus „übermorgen“ ein „irgendwann“.

Alle 36 Lenormandkarten mit Zeitangabe

Diese Übersicht ist Deine Lernhilfe für die Zeiten im Kartenbild. Sie ersetzt nicht die Deutung, sondern gibt Dir den Startwert, den Du anschließend mit der Nachbarkarte korrigierst.

Nr.KarteTempoTypische Zeitangabe
1Der Reitersehr schnell1 bis 3 Tage – die Nachricht ist bereits unterwegs
2Der Kleesehr schnell2 bis 4 Stunden, höchstens wenige Tage; das Zeitfenster ist kurz
3Das SchifflangsamWochen bis Monate; kommt von weit her
4Das Hausmittelrund vier Wochen, ein voller Monat; kehrt regelmäßig wieder
5Der Baumsehr langsamMonate bis Jahre; wächst und braucht Geduld
6Die Wolkenunbestimmtkeine klare Zeitangabe, bis sich die Lage aufklärt
7Die Schlangeverzögertdauert länger als gedacht, Umweg von Wochen
8Der SargStillstandeine Phase endet; danach beginnt die Zeit neu zu laufen
9Die Blumen (Blumenstrauß)schnellFrühling (März bis Mai); kurzfristige Freude innerhalb weniger Tage
10Die Senseplötzlichsofort und unerwartet; schneidet jede längere Zeitangabe ab
11Die Rutenwiederkehrendkurze, sich wiederholende Abstände von wenigen Tagen
12Die EulenkurzfristigStunden bis Tage; Dämmerung am Morgen oder am Abend
13Das Kindschnellganz am Anfang, wenige Tage; etwas fängt gerade erst an
14Der Fuchsverzögertzieht sich; gilt vielen als zweite Herbstkarte neben dem Storch
15Der Bärsehr langsamJahre, traditionell bis zu 7 Jahre; große Zeiträume
16Die SternemittelfristigNachtstunden; verlässliche Entwicklung über mehrere Wochen
17Die StörcheschnellHerbst (September bis November); Veränderung innerhalb weniger Wochen
18Der Hundgleichbleibenddauerhaft und ohne Zeitdruck; bleibt, wie es ist
19Der Turmlangsamein Jahr; lange Wartezeit, oft an eine Institution gebunden
20Der ParkmittelWochen; ein Termin, eine Veranstaltung, ein öffentlicher Anlass
21Der Bergsehr langsamBlockade über Monate; nichts geht schnell
22Die Wegeoffendie Zeit hängt an einer Entscheidung, die noch aussteht
23Die Mäuseverzögertfrühe Morgenstunden; die Zeit läuft ab oder etwas zerbröselt
24Das Herzgefühltkeine eigene Zeitangabe; als Gefühlskarte zeitlos, oft sommernah
25Der Ringzyklischetwa 6 Monate oder ein voller Jahreszyklus; wiederholt sich
26Das Buchunbekanntder Zeitpunkt ist noch verborgen und nicht abfragbar
27Der BriefschnellTage, sobald das Schreiben oder die Nachricht eintrifft
28Der HerrPersonenkarte ohne eigene Zeitangabe
29Die DamePersonenkarte ohne eigene Zeitangabe
30Die LilienlangsamWinter (Dezember bis Februar); reift über Monate
31Die SonneschnellSommer (Juni bis August), Mittagszeit; kraftvoll und zügig
32Der MondmittelAbend- und Nachtstunden; ein Monat im Sinne eines Mondzyklus
33Der Schlüsselschnelles geschieht sicher und zeitnah; die Tür ist bereits offen
34Die Fischefließendlaufend und monatlich wiederkehrend, wie ein Zahlungszyklus
35Der Ankersehr langsamlangfristig über Jahre; was hier liegt, bleibt
36Das Kreuzbegrenzteine Prüfungszeit von einigen Wochen mit absehbarem Ende

Eine zweite, sehr verbreitete Rechenweise ist die Zahlenmethode: Die Nummer der Lenormandkarte gibt die Anzahl der Einheiten an. Der Reiter steht dann für 1, der Turm für 19 – in Tagen, Wochen oder Monaten, je nach der Einheit, die Du vorher gesetzt hast. Diese Deutungsregeln sind bequem, aber grob. Nutze sie als Gegenprobe, nicht als alleinige Antwort.

Jahreszeiten in den Lenormandkarten

Vier Karten tragen eine Jahreszeit klar im Bild. Sie sind der stabilste Teil der Zeitdeutung, weil sie nicht vom Legesystem abhängen. Die Monatsangaben folgen den meteorologischen Jahreszeiten. Liegt eine von ihnen direkt an der Personenkarte, engst Du das Zeitfenster sofort auf ein Quartal ein. Das ist häufig präziser als jede Tagesangabe – und ehrlicher.

Die Blumen – Frühling

Neubeginn und Blüte: März bis Mai.

Die Sonne – Sommer

Wärme und Erfolg: Juni bis August.

Die Störche – Herbst

Zugvögel und Wandel: September bis November.

Die Lilien – Winter

Ruhe und Reife: Dezember bis Februar.

In manchen Schulen übernimmt der Fuchs die Rolle der Herbstkarte. Entscheide Dich für eine Variante und bleibe dabei – ein Wechsel mitten in der Deutung erzeugt genau die Widersprüche, die Du vermeiden willst.

Tageszeiten: von den Mäusen bis zum Mond

Für kurzfristige Fragen – ein Anruf, ein Treffen, eine Zusage – hilft die Tageszeit weiter:

  • Mäuse (23): frühe Morgenstunden, Dämmerung.
  • Eulen (12): Zwielicht, früher Morgen oder früher Abend.
  • Sonne (31): heller Tag, Mittag.
  • Mond (32): Abend; als Zeitspanne oft ein Monat im Sinne eines Mondzyklus von rund 29,5 Tagen.
  • Sterne (16): Nacht.

Zeitangaben bestimmen: die vier Schritte

  1. Zeiteinheit vor dem Mischen festlegen. Entscheide, ob die Antwort in Tagen, Wochen oder Monaten kommen soll. Ohne diesen Rahmen liefert jede Karte eine beliebige Zahl. Eine Alltagsfrage bekommt Tage, ein Lebensthema Monate.
  2. Die Frage an die Karten schließen. „Wann meldet er sich?“ ist gut. „Wann wird alles wieder gut?“ ist keine Zeitfrage, sondern ein Wunsch – darauf kann kein Kartenbild antworten.
  3. Die Zeitkarte im Kartenbild suchen. Sie steht auf der Zeitposition des Legesystems oder direkt neben der Personenkarte. Alles andere ist Beiwerk.
  4. Tempo aus der Kombination ableiten. Klee und Reiter zusammen bedeuten: noch schneller als gedacht. Berg und Anker bedeuten: es zieht sich weiter. Erst diese Kombination macht aus einer Tabelle eine Zeitaussage.

Die Zeiteinheit legst Du fest, bevor Du zu mischen beginnst. Wie das Mischen selbst abläuft und was passiert, wenn dabei eine Karte herausfällt, erklärt der Leitfaden zum Mischen der Lenormandkarten.

Zeitangaben im Kartenbild: die Legesysteme

Die Dreierlegung

Bei drei Karten ist die mittlere die Kernaussage, die rechte zeigt die nahe Zukunft. Für die Zeit im Lenormand liest Du die rechte Karte: Reiter heißt Tage, Schiff heißt Wochen. In kleinen Legungen bekommst Du so zwar schnelle, aber grobe Antworten.

Die 9er-Legung

In der 9er-Legung trägt die Mitte das Thema, die vier Ecken tragen die Rahmenbedingungen. Die Zeitangabe liest Du aus der Karte rechts neben der Mitte oder aus der untersten Reihe, wenn Du sie als Ergebnisreihe legst. Wichtig ist nur, dass Du Dich für eine Zuordnung entscheidest und sie in allen Legungen beibehältst.

Die Große Tafel und die Zeithäuser

In der Großen Tafel mit allen 36 Karten liegt die präziseste Deutung der Zeit. Zwei Wege sind gebräuchlich: Entweder Du zählst die Karten zwischen Personenkarte und Ereigniskarte – jede Karte ist eine Einheit. Oder Du arbeitest mit den Zeithäusern: Jede der 36 Positionen trägt eine feste Bedeutung, und die Karte, die dort landet, färbt das Thema dieses Hauses ein. Beides liefert klare Zeitangaben und zeigt zusätzlich die Abfolge von Ereignissen, wenn Du die Zeiteinheit vorher gesetzt hast.

Widersprüchliche Zeitangaben – was tun?

Der häufigste Frust beim Kartenlegen lernen: Die eine Karte sagt Tage, die andere Monate. Drei Regeln lösen das zuverlässig auf.

  • Die langsamere Karte gewinnt. Ein Hindernis verzögert immer, auch wenn daneben etwas Schnelles liegt.
  • Nähe schlägt Symbolik. Was direkt an der Personenkarte liegt, wiegt schwerer als eine Zeitkarte drei Felder weiter.
  • Keine Zeitaussage ist eine Antwort. Wolken und Buch sagen: Der Zeitpunkt steht noch nicht fest. Das ehrlich zu benennen, ist in der Lebensberatung mehr wert als eine erfundene Zahl.

Praxisbeispiel: „Wann werden wir heiraten?“

Katja legt eine 9er-Legung. Im Zentrum liegt der Ring (25), links davon die Störche (17), rechts der Klee (2). Die Zeiteinheit hat sie vorher auf Monate gesetzt.

Der Ring als Mittelkarte bestätigt die Bindung und bringt seinen Zyklus von rund sechs Monaten mit. Die Störche zeigen die Veränderung und legen den Herbst nahe. Der Klee beschleunigt: Es geht schneller, als Katja denkt. Die Zeitaussage lautet damit nicht „am 14. Oktober“, sondern: Die Entscheidung fällt im kommenden Herbst, die Umsetzung innerhalb eines halben Jahres. Genau so präzise dürfen Zeitangaben sein – und nicht präziser.

Fünf Fehler, die jede Zeitaussage unbrauchbar machen

  1. Ohne festgelegte Zeiteinheit legen und die Zahl hinterher passend machen.
  2. Dieselbe Frage so lange wiederholen, bis das Ergebnis gefällt.
  3. Zeitangaben aus einer Tabelle ablesen, ohne das Kartenbild anzusehen.
  4. Personenkarten wie Herr und Dame als Zeitkarten deuten.
  5. Eine kalendergenaue Datierung erwarten. Die Karten zeigen Zeitfenster, keine Termine.


Wenn Du beim Deuten der Kombinationen sicherer werden willst, hilft Dir die Übersicht der Lenormandkarten-Kombinationen weiter – dort steht, wie zwei Karten ihre Aussage gegenseitig verändern. Wer wissen will, welche Karten überhaupt für Menschen stehen und deshalb nie eine Zeitangabe tragen, findet das bei den Personenkarten im Lenormand.

Häufige Fragen zu Lenormand Zeitangaben

Wie kann ich Lenormand-Zeitkarten ziehen?

Lege die Zeiteinheit fest, stelle eine geschlossene Frage und ziehe eine einzelne Karte als Zeitkarte. Ihr Tempo aus der Übersicht oben ist Deine Antwort. Für mehr Sicherheit ziehe eine zweite Karte als Korrektur: Sie zeigt, ob es schneller oder langsamer wird.

Der Klee. Er steht für 2 bis 4 Stunden und für Gelegenheiten, die genauso rasch wieder vorbei sind. Direkt danach kommen Reiter und Sense.

Der Bär mit Zeiträumen bis zu sieben Jahren, dicht gefolgt vom Anker für dauerhafte Zustände und vom Turm für ein volles Jahr.

Sie sind Zeitfenster, keine Termine. Ein sauber gedeutetes Kartenbild grenzt zuverlässig auf Tage, Wochen, Monate oder ein Quartal ein. Wer eine kalendergenaue Datierung verspricht, verspricht zu viel.

Ja. Die Zeitangaben hängen am Symbol, nicht am Deck. Ob Du mit einem klassischen Blatt oder einem modernen Deck arbeitest, ändert nichts am Tempo des Reiters. Nur Decks mit Zusatzkarten bringen eigene Symbole mit, die Du selbst einordnen musst.

Nimm die langsamere Aussage und prüfe die Nähe zur Personenkarte. Bleiben die Karten widersprüchlich, ist das die Antwort: Der Zeitpunkt ist noch offen.

Fazit

Zeitangaben im Lenormand sind erlernbar, sobald Du aufhörst, sie in einer Tabelle zu suchen, und anfängst, sie im Kartenbild zu lesen. Zeiten deuten heißt: Einheit festlegen, Zeitkarte finden, Tempo lesen, über die Nachbarkarte korrigieren. Dann bekommst Du klare Zeitangaben, die Du auch vertreten kannst – und die deutlich häufiger eintreffen als jede aus dem Bauch gegriffene Zahl.

Bild von Damian Garrett

Damian Garrett

Legt seit 2005 die Lenormandkarten. Autor des Lenormand-Praxisbuchs und Entwickler eines eigenen Systems zur Deutung der Kartenkombinationen.

Weitere Beiträge
Newsletter

Melde Dich jetzt zum Newsletter an und sichere Dir den GRATIS-Leitfaden mit 5 wertvollen Tipps, um die Lenormand-Kombis richtig zu deuten! 

Bitte sende mir entsprechend Deiner Datenschutzerklärung regelmäßig Informationen zum Kartenlegen und zu folgendem Produktsortiment per E-Mail zu: Leitfäden, Handbücher und Lehrbücher zum Kartenlegen und dem Deuten der Kartenkombinationen.

Rezensionen

Klicke jetzt auf den Link, stöbere durch die ausführlichen Rezensionen und finde das perfekte Deck für Dich! 

Beliebte Karten