Die 9er Legung Lenormand: neun Karten, zwanzig Leserichtungen

Lenormand

Die Neunerlegung ordnet neun Karten in einem Quadrat aus drei Reihen und drei Spalten. Gelesen wird nicht nur Karte für Karte, sondern in Reihen, Spalten und Diagonalen – zwanzig Leserichtungen, die alle durch die Mitte oder um sie herum führen. Sie ist die Legung für Situationen, bei denen Du spürst, dass etwas nicht stimmt, aber nicht sagen kannst, was.

Der Aufbau

9er Legung Lenormand
Aufbau der 9er Legung Lenormand

Karte 5 ist die Hauptkarte. Sie steht im Zentrum und beschreibt den Kern der Sache. Jede andere Karte wird in ihrem Verhältnis zu ihr gelesen. Wenn Du nur eine Karte betrachten könntest, wäre es diese.

Die Reihen zeigen den zeitlichen Verlauf: was zur Situation geführt hat (1–3), was gerade ist (4–6), worauf es hinausläuft (7–9).

Die Spalten zeigen die Ebenen: Deine innere Seite (1, 4, 7), das eigentliche Thema (2, 5, 8), das äußere Umfeld und andere Beteiligte (3, 6, 9).

Die Diagonalen (1–5–9 und 3–5–7) laufen beide durch die Mitte und zeigen die Kräfte, die auf den Kern einwirken.

Warum die 9er Legung mehr zeigt als drei Karten

Bei der Dreierlegung gibt es zwei Kombinationen. Bei der Neunerlegung sind es allein in den Grundrichtungen zwanzig – drei Reihen, drei Spalten, zwei Diagonalen, dazu die direkten Nachbarschaften der Mittelkarte.

Praktisch bedeutet das: Die Legung beantwortet Fragen, die Du gar nicht gestellt hast. Wer mit einer Beziehungsfrage kommt und in der Außenspalte den Anker und den Fuchs findet, bekommt einen Hinweis, dass die Arbeitssituation stärker hineinspielt als gedacht. Eine Dreierlegung hätte das nie gezeigt, weil dort kein Platz dafür ist.

Genau deshalb ist sie die richtige Legung, wenn Du das Problem nicht benennen kannst. Für eine klar umrissene Frage ist die Dreierlegung das schnellere und schärfere Werkzeug.

So wird gelesen

Schritt 1 — Die Mitte. Karte 5 zuerst, allein. Sie sagt, worum es tatsächlich geht – was nicht immer das ist, wonach gefragt wurde.

Schritt 2 — Die Kreuznachbarn. Die Karten 2, 4, 6 und 8 berühren die Mitte direkt. Sie zeigen, was unmittelbar auf den Kern einwirkt: was von oben kommt (Ursache), was von unten (Ergebnis), was von innen und was von außen.

Schritt 3 — Die Reihen. Jede Reihe als Dreierlegung lesen. Die mittlere Reihe wiegt am schwersten, weil sie durch das Zentrum geht.

Schritt 4 — Die Spalten. Hier zeigt sich, wo das Gewicht liegt. Eine Spalte voller herausfordernder Karten benennt den Bereich, an dem gearbeitet werden muss.

Schritt 5 — Die Diagonalen. 1–5–9 und 3–5–7. Sie zeigen die Entwicklungslinien, die durch den Kern verlaufen.

Schritt 6 — Die Ecken. Die Karten 1, 3, 7 und 9 berühren die Mitte nicht. Sie stehen für Rahmenbedingungen, die außerhalb Deines direkten Einflusses liegen.

Was Du im Bild erkennen kannst

Neben den einzelnen Deutungen gibt es Muster, die auf einen Blick etwas verraten:

Häufung in einer Reihe. Liegen die schwierigen Karten alle oben, ist das Problem älter als die aktuelle Situation. Liegen sie unten, steht es noch bevor.

Häufung in einer Spalte. Links bedeutet: Es liegt bei Dir. Rechts: Die Ursache ist äußerer Natur. Mitte: Das Thema selbst ist das Problem.

Personenkarten. Wo Herr (28) oder Dame (29) liegen, sitzt der menschliche Schwerpunkt. In der Außenspalte spielt jemand mit, den Du bisher nicht mitgedacht hast.

Eine isoliert positive Mitte in schwierigem Umfeld. Der Kern ist gesund, die Umstände sind es nicht. Diese Konstellation ist häufiger, als man denkt – und meist eine gute Nachricht.

Was Du bekommst

  • Neun Karten im Quadrat, mit Bild und Positionsdeutung
  • Die Hauptkarte ausführlich im Verhältnis zu allen vier Kreuznachbarn
  • Alle drei Reihen als zusammenhängende Aussage
  • Alle drei Spalten mit Einordnung, wo das Gewicht liegt
  • Beide Diagonalen als Entwicklungslinien
  • Die Musteranalyse: Häufungen, Personenkarten, Verteilung der Grundrichtungen
  • Ein zusammenfassendes Gesamtbild mit den konkreten Ansatzpunkten
  • Als PDF speicherbar

 

Transparent gesagt: Es liest niemand persönlich Deine Legung. Was Du kaufst, ist die vollständige Auswertung aller zwanzig Leserichtungen – nicht eine individuelle Beratung.

Wenn Du es selbst legen willst

Der Aufbau steht vollständig oben – mit einem eigenen Deck kannst Du sofort loslegen, und die Kartenbedeutungen liefern die Deutungen kostenlos dazu.

Die Neunerlegung ist allerdings die erste Legung, bei der die Menge an Verbindungen ohne Übung überfordert. Wer hier sicher werden will, findet im Onlinekurs (in Kürze verfügbar) den systematischen Aufbau und im Kombi-Profi Leitfaden alle Kombinationen zum Nachschlagen.

Der komplette Kombi-Profi Leitfaden bietet Dir alles, was du brauchst um alle Kombinationen treffsicher deuten zu können. Wenn Du das Ableiten systematisch lernen willst, statt Listen auswendig zu lernen: Im Leitfaden findest Du alle Einzelbedeutungen und Kombinationen bildlich aufbereitet – plus das erprobte System, mit dem Du eigene Deutungen entwickelst.

Häufige Fragen zur Neunerlegung

Wie legt man die Lenormand 9er Legung?

Neun Karten werden in drei Reihen zu je drei Karten gelegt, von links oben nach rechts unten. Karte 5 in der Mitte ist die Hauptkarte. Gelesen wird zuerst die Mitte, dann ihre vier direkten Nachbarn, danach Reihen, Spalten und Diagonalen.

Die mittlere, Position 5. Sie beschreibt den Kern der Situation – häufig etwas anderes als das, wonach gefragt wurde. Alle übrigen Karten werden in ihrem Verhältnis zu ihr gelesen.

Für die Gegenwart und das eigentliche Geschehen. Sie wiegt schwerer als die obere und untere Reihe, weil sie durch das Zentrum verläuft.

Die Große Tafel arbeitet mit allen 36 Karten und bildet eine gesamte Lebenssituation ab. Die Neunerlegung konzentriert sich auf ein Thema und bleibt dabei überschaubar. Für die meisten Fragen ist sie das bessere Verhältnis von Tiefe zu Aufwand.

Für vielschichtige Situationen, bei denen Du nicht genau benennen kannst, wo das Problem liegt. Für eine klar umrissene Einzelfrage ist die Dreierlegung schneller und schärfer.

Weil die Auswertung zwanzig Leserichtungen abdeckt statt neun Einzeldeutungen. Der Aufbau selbst ist auf dieser Seite vollständig erklärt – mit eigenen Karten kannst Du sie jederzeit selbst legen.

Die fertige Auswertung ja. Selbst legen ist schwieriger: Neun Karten und zwanzig Verbindungen sind ohne Übung viel. Der übliche Weg führt über Tageskarte und Dreierlegung.

Bild von Damian Garrett

Damian Garrett

Legt seit 2005 die Lenormandkarten. Autor des Lenormand-Praxisbuchs und Entwickler eines eigenen Systems zur Deutung der Kartenkombinationen.

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