Die Wintersonnenwende 2026 ist am Montag, dem 21. Dezember 2026, um 21:50 Uhr MEZ. In diesem Moment erreicht die Sonne ihren tiefsten Stand: Auf der Nordhalbkugel ist der 21. Dezember der kürzeste Tag des Jahres, die Nacht darauf die längste Nacht des Jahres – in Deutschland ist es dann je nach Ort nur zwischen 7 Stunden 13 Minuten (Flensburg) und 8 Stunden 21 Minuten (München) hell. Ab dem 22.12. werden die Tage wieder länger, zuerst um Sekunden, dann um Minuten. Seit Jahrtausenden feiern Menschen diesen Wendepunkt als Wiederkehr des Lichts – mit Steinkammern wie Newgrange, mit dem Julfest (Yule), mit Lichterbräuchen und schließlich mit Weihnachten. Die Bedeutung der Wintersonnenwende ist bis heute dieselbe: Das Dunkel hat seinen tiefsten Punkt erreicht, ab jetzt wird es heller.
Was genau passiert bei der Wintersonnenwende, astronomisch und im Kalender? Warum ist es am Morgen nach der Sonnenwende trotzdem noch später hell? Was ist belegt am Julfest der Germanen und was ist neuheidnisch? Und wie kannst Du die Wintersonnenwende feiern, ohne gleich ein Fest auszurichten? Dieser Beitrag beantwortet die Fragen der Reihe nach: Datum und Uhrzeit 2026, Astronomie, Geschichte von der Steinzeit bis zur Thomasnacht, sieben alltagstaugliche Rituale zur Wintersonnenwende, was die Psychologie über Licht, Winterblues und Rituale weiß – und zum Schluss eine kleine Sonnwend-Legung mit drei Lenormandkarten.
Ich arbeite hauptberuflich in der psychologischen Lehre und Forschung und lege seit 2005 die Lenormandkarten. Die Wintersonnenwende ist für mich der eigentliche Anfang der stillen Zeit: Drei Tage später beginnen die Rauhnächte, auch Raunächte geschrieben – die zwölf Nächte zwischen den Jahren –, und der kürzeste Tag ist ein guter Moment, um das alte Jahr zu sortieren, bevor zu Beginn des neuen Jahres alles wieder losgeht.
Wintersonnenwende 2026 auf einen Blick
| Frage | Kurz beantwortet |
| Wann ist Wintersonnenwende 2026? | Montag, 21. Dezember 2026, 21:50 Uhr MEZ (20:50 Uhr UTC). |
| Kürzester Tag des Jahres | Der 21. Dezember 2026: in Deutschland zwischen 7 h 13 min Tageslicht (Flensburg) und 8 h 21 min (München). |
| Längste Nacht des Jahres | Die Nacht vom 21. auf den 22. Dezember 2026; die Nächte davor und danach sind nur Sekunden kürzer. |
| Was passiert astronomisch? | Die Sonne erreicht ihren südlichsten Punkt auf der Ekliptik und steht senkrecht über dem südlichen Wendekreis. Auf der Nordhalbkugel ist die Sonneneinstrahlung am schwächsten, auf der Südhalbkugel beginnt der Sommer. |
| Astronomischer Winteranfang | Mit der Wintersonnenwende beginnt der astronomische Winter; der meteorologische Winter beginnt schon am 1. Dezember. |
| Wann werden die Tage länger? | Ab dem 22. Dezember – zunächst nur um Sekunden, bis zum 21. Januar in Frankfurt um 44 Minuten. |
| Andere Namen | Mittwinter, Julfest (Jul, Yule), in der Wicca-Religion Yule als eines der acht Jahreskreisfeste; die Thomasnacht liegt unmittelbar davor. |
| Bedeutung | Wendepunkt und Wiedergeburt des Lichts: Das Dunkel hat seinen Tiefpunkt erreicht, die Sonne „kehrt zurück“. |
| Bekannte Rituale | Kerze anzünden, Jahresrückblick, Loslassen, Sonnenaufgang begrüßen, Immergrün ins Haus holen, eine Karte für das kommende Jahr ziehen. |
| Als Lenormandkarte | Die Sonne (31) für das zurückkehrende Licht, die Sterne (16) für die lange Nacht und die Orientierung, der Mond (32) für Einkehr und Gefühl. |
Wann ist Wintersonnenwende 2026? Datum, Uhrzeit und Tageslänge
Die Wintersonnenwende 2026 findet am Montag, dem 21. Dezember, um 21:50 Uhr mitteleuropäischer Zeit statt – das entspricht 20:50 Uhr Weltzeit (UTC). Die Uhrzeit ist kein Zeitraum, sondern ein Moment: der Augenblick, in dem die Sonne auf ihrer scheinbaren Bahn den südlichsten Punkt erreicht. Weil dieser Moment 2026 am späten Abend liegt, ist der 21. Dezember der kürzeste Tag und die Nacht vom 21. auf den 22. Dezember die längste Nacht des Jahres. Wie schon im Dezember 2025 fällt die Wintersonnenwende damit auf den 21. Dezember; 2027 rutscht sie auf den 22. Dezember (3:42 Uhr MEZ).
Wie kurz der kürzeste Tag ist, hängt davon ab, wo Du wohnst. Je weiter nördlich, desto weniger Licht: Am Tag der Wintersonnenwende ist es in Flensburg nur 7 Stunden und 13 Minuten hell, in München 8 Stunden und 21 Minuten – mehr als eine Stunde Unterschied innerhalb Deutschlands. Die Werte für einige Städte, berechnet von sterngucker.de für den 21. Dezember 2026:
| Stadt | Sonnenaufgang | Sonnenuntergang | Tageslänge |
| Flensburg | 8:43 Uhr | 15:56 Uhr | 7 h 13 min |
| Hamburg | 8:34 Uhr | 16:01 Uhr | 7 h 28 min |
| Berlin | 8:14 Uhr | 15:53 Uhr | 7 h 39 min |
| Köln | 8:32 Uhr | 16:27 Uhr | 7 h 55 min |
| Frankfurt am Main | 8:21 Uhr | 16:24 Uhr | 8 h 03 min |
| München | 8:01 Uhr | 16:22 Uhr | 8 h 21 min |
Zum Vergleich die Gegenpole des Jahres: Die Sommersonnenwende 2027, der längste Tag des Jahres, fällt auf den 21. Juni 2027 um 16:10 Uhr MESZ. Dazwischen liegen die Tagundnachtgleichen im März und September, an denen Tag und Nacht ungefähr gleich lang sind.
Was passiert bei der Wintersonnenwende? Die Astronomie einfach erklärt
Die Erdachse steht nicht senkrecht auf der Bahn, auf der die Erde um die Sonne läuft, sondern ist um gut 23 Grad geneigt. Im Lauf eines Jahres zeigt deshalb mal die Nordhalbkugel, mal die Südhalbkugel stärker zur Sonne. Im Dezember ist die Nordhalbkugel von der Sonne weggeneigt: Die Sonne steht mittags tief über dem Horizont, ihre Strahlen treffen flach auf und verteilen sich auf eine größere Fläche, die Sonneneinstrahlung ist schwach und die Tage sind kurz. Von der Erde aus gesehen wandert die Sonne in diesen Wochen auf der Ekliptik immer weiter nach Süden – bis zu dem Moment der Wintersonnenwende, an dem sie senkrecht über dem südlichen Wendekreis, dem Wendekreis des Steinbocks, steht. Danach „wendet“ sie und zieht wieder nach Norden. Daher der deutsche Name Sonnenwende.
Das lateinische Wort sagt etwas anderes, aber genauso Richtiges: solstitium heißt Stillstand der Sonne. Rund um die Sonnenwende ändert sich die Mittagshöhe der Sonne von Tag zu Tag so wenig, dass sie stillzustehen scheint – ein paar Tage lang gewinnst Du nur Sekunden Tageslicht. Deshalb ist es auch kein Widerspruch, dass manche den 21., andere den 22.12. als kürzesten Tag nennen: Die Unterschiede liegen im Sekundenbereich. Auf der Südhalbkugel ist alles umgekehrt: Dort ist der 21. Dezember der längste Tag, und mit der Sonnenwende beginnt der Sommer.
Die Wintersonnenwende markiert zugleich den astronomischen Winteranfang. Die Meteorologie rechnet einfacher und lässt den Winter schon am 1. Dezember beginnen, weil sich ganze Monate besser vergleichen lassen. Kalendarisch und astronomisch beginnt er mit der Sonnenwende.
Warum ist es morgens nach der Wintersonnenwende noch später hell?
Viele wundern sich im Januar: Die Tage werden länger, aber morgens bleibt es länger dunkel. Das stimmt tatsächlich. Am Abend ist der früheste Sonnenuntergang des Jahres schon vor der Wintersonnenwende vorbei – in Frankfurt etwa am 12. Dezember –, während der späteste Sonnenaufgang erst um den 31. Dezember liegt. Ursache ist die sogenannte Zeitgleichung: Weil die Erde auf einer leicht elliptischen Bahn läuft und Anfang Januar der Sonne am nächsten und am schnellsten ist, und weil die Erdachse geneigt ist, verschiebt sich der wahre Mittag rund um den Jahreswechsel nach hinten. Der Wetterdienst erklärt das ausführlich. Die Folge: Die Helligkeit kehrt zuerst am Abend zurück und erst Anfang Januar auch am Morgen.
Wie schnell die Tage danach wachsen, zeigt das Beispiel Frankfurt: Bis zum 1. Januar kommen nur etwa 6 Minuten hinzu, bis zum 10. Januar 19 Minuten, bis zum 21. Januar 44 und bis zum 1. Februar 76 Minuten Tageslicht. Ab Mitte Januar sind es mehr als zwei Minuten pro Tag, im März fast vier – so die Berechnung von sterngucker.de. Wer im Dezember das Gefühl hat, das Dunkel nehme kein Ende: Ab dem 22.12. arbeitet die Zeit für das Licht.
Die Bedeutung der Wintersonnenwende: Wiedergeburt des Lichts
In fast allen Kulturen der Nordhalbkugel, die den Lauf der Sonne beobachtet haben, ist die Wintersonnenwende ein Wendepunkt. Ihr Bild ist einfach und stark: Das Licht ist am schwächsten, die Nacht am längsten – und genau in diesem Moment beginnt die Gegenbewegung. Deshalb steht die Wintersonnenwende für die Wiederkehr der Sonne, die Wiedergeburt des Lichts, für Hoffnung mitten in der dunkelsten Zeit des Jahres. In verschiedenen Kulturen symbolisieren viele Bräuche genau das: Feuer und Kerzen, die man anzündet, immergrüne Zweige, die das Leben im Winter zeigen, Feste, mit denen man das Licht einladen und das Dunkel vertreiben wollte.
Spirituell gelesen hat die Wintersonnenwende zwei Seiten. Die erste ist die Dunkelheit selbst: die Zeit der Stille, der Einkehr und des Rückzugs, in der die Natur ruht und nichts wachsen muss. Die zweite ist der Neubeginn: Das Licht wird gleichsam neu geboren, und mit ihm die Frage, was im kommenden Jahr wachsen soll. Die spirituelle Bedeutung der Wintersonnenwende liegt in der Verbindung von beidem – erst das Alte würdigen und loslassen, dann das Neue einladen. Diese Doppelbewegung kennst Du aus den Rauhnächten, die drei Tage später beginnen, und aus dem spirituellen Jahreskreis überhaupt: Jeder Wendepunkt ist Abschied und Anfang zugleich.
Man muss an keine Sonnengottheit glauben, um diese Bedeutung zu teilen. Das Bild funktioniert, weil es stimmt: Der kürzeste Tag ist tatsächlich der Moment, ab dem es heller wird. Wer in einer dunklen Lebensphase steckt, findet darin eine Erinnerung, die nicht vom Glauben abhängt – auch der tiefste Punkt ist ein Punkt, an dem es wieder bergauf geht.
Geschichte der Wintersonnenwende: von Newgrange bis Weihnachten
Newgrange und Stonehenge: Steinzeitbauten, die auf die Wintersonne zielen
Die ältesten Zeugnisse für die Bedeutung der Wintersonnenwende sind aus Stein. Im irischen Boyne-Tal liegt Newgrange, ein Ganggrab, das Bauern der Jungsteinzeit um 3200 v. Chr. errichtet haben – älter als Stonehenge und die Pyramiden von Gizeh. Ein 19 Meter langer Gang führt von Südosten in eine Grabkammer. Über dem Eingang liegt eine kleine Öffnung, die sogenannte Dachbox, und sie ist so ausgerichtet, dass an den Morgen um die Wintersonnenwende, vom 19. bis 23. Dezember, die aufgehende Sonne durch den Gang bis in die Kammer scheint – etwa 17 Minuten lang. Wer das heute erleben will, muss sich in einer Lotterie bewerben: Nur wenige Dutzend Menschen dürfen an diesen Morgen in die Kammer.
In Stonehenge ist es umgekehrt. Das berühmte Monument in Südengland ist auf die Sonnenwenden ausgerichtet: Im Sommer geht die Sonne über der Achse auf, im Winter geht sie zur Wintersonnenwende in der Achse unter – vom Inneren des Steinkreises aus gesehen. Manche Forschende vermuten, dass der Sonnenuntergang im Mittwinter für die Erbauer sogar wichtiger war als der Sommeraufgang. Was genau dort gefeiert wurde, weiß niemand; dass die Wintersonnenwende ein festes Datum im Jahr der Steinzeitmenschen war, gilt als sicher. Heute kommen jedes Jahr Tausende zur Wintersonnenwende nach Stonehenge.
Rom: Sol Invictus und der 25. Dezember
Im römischen Kalender, den Julius Caesar eingeführt hatte, galt der 25. Dezember als kürzester Tag, lateinisch bruma. Kaiser Aurelian weihte am 25. Dezember 274 dem Sonnengott Sol einen Tempel; der Tag wurde als Geburtstag des „unbesiegten Sonnengottes“ (Sol Invictus) zum Festtag – als Wiedergeburt der Sonne nach dem kürzesten Tag. Weil das julianische Jahr etwas zu lang war, wanderte die tatsächliche Sonnenwende allerdings langsam nach vorn und lag in der Spätantike schon um den 21. Dezember. Der Chronograph von 354 nennt dann als erste erhaltene Quelle den 25. Dezember als Geburtstag Jesu. Ob Weihnachten bewusst auf das Fest des Sonnengottes gelegt wurde, ist in der Forschung umstritten: Die These war lange beliebt, ist aber nicht belegt. Sicher ist nur, dass das Christentum das Bild aufgegriffen hat – Christus als „Licht der Welt“, geboren in der dunkelsten Zeit des Jahres.
Jul, Julfest und Yule: Was über das germanische Fest wirklich bekannt ist
Das Julfest, englisch Yule, gilt heute oft als das germanische Fest der Wintersonnenwende. Die Quellen sind aber dünner, als viele Bücher und Websites behaupten. Gesichert ist Folgendes: Ein gotisches Kalenderfragment aus dem 6. oder 7. Jahrhundert kennt einen „Julmonat“, der angelsächsische Mönch Beda berichtet um 700, die Heiden seiner Heimat hätten das Jahr in der Nacht zum 25. Dezember begonnen, die sie „Modranecht“ nannten, die Nacht der Mütter, und das Gedicht Haraldskvæði spricht um 900 davon, dass der König „das Jul trinken“ will. Der isländische Gelehrte Snorri Sturluson schreibt im 13. Jahrhundert, König Håkon der Gute habe im 10. Jahrhundert das heidnische Jul mit dem christlichen Weihnachtsfest auf den 25. Dezember gelegt; vorher habe man Jul drei Nächte lang gefeiert. Einer der Beinamen Odins lautet Jólnir. Im heutigen Neuheidentum heißt die längste Nacht oft Julnacht oder Mutternacht – ein Anklang an Bedas Modranecht. Ob das Julfest der Germanen aber genau zur Wintersonnenwende, zur Mitte des Winters im Januar oder zu einem Mondtermin begangen wurde, lässt sich nicht sicher bestimmen. In Skandinavien heißt Weihnachten bis heute „jul“.
Was heute unter Yule verstanden wird – ein Fest am 21. Dezember, mit Julblock, Mistelzweig und dem Kampf zwischen Eichenkönig und Stechpalmenkönig –, stammt zu großen Teilen aus dem modernen Neuheidentum. In der Wicca-Religion ist Yule eines der acht Feste des Jahreskreises, im nordisch-germanischen Neuheidentum eines der wichtigsten Feste überhaupt. Das macht es nicht weniger schön; es ist nur nicht uralt in der Form, in der es heute gefeiert wird. Dasselbe gilt für vieles, was als „keltisch“ oder „germanisch“ verkauft wird. Ehrlich ist: Menschen haben um die Wintersonnenwende gefeiert, solange es Aufzeichnungen gibt. Wie genau, wissen wir meist nicht.
Thomasnacht, Rauhnächte und Weihnachten: die Zeit der geweihten Nächte
Im deutschsprachigen Volksglauben liegt direkt vor der Wintersonnenwende die Thomasnacht, die Nacht vom 20. auf den 21. Dezember, dem Tag des Apostels Thomas. Sie galt als längste Nacht des Jahres und als Losnacht, in der man in die Zukunft sehen konnte: Junge Frauen sollten in der Thomasnacht ihren künftigen Mann im Traum sehen, etwa nach dem Bettstaffltreten, bei dem man gegen den Bettpfosten tritt und den heiligen Thomas um ein Traumbild bittet, wie es in Salzburg überliefert ist. Nach einer älteren Zählung beginnen mit der Thomasnacht die Rauhnächte; die heute übliche Zählung beginnt mit Heiligabend. Den Beginn der Rauhnächte, die zwölf Rauhnächte im Einzelnen und ihre Bräuche beschreibt der Beitrag Rauhnächte 2026/27. Warum gerade solche Schwellennächte als Geisternächte gelten, steht im Beitrag zur Geisterstunde.
Auch das Wort Weihnachten erinnert an diese Zeit: Es kommt vom mittelhochdeutschen „ze wīhen nahten“, in den geweihten Nächten – jede geweihte Nacht zwischen Weihnachten und Dreikönig war eine Rauhnacht. Viele Lichterbräuche der Adventszeit gehören in denselben Zusammenhang. Der Adventskranz, den der Hamburger Theologe Johann Hinrich Wichern 1839 erfand, bekommt jede Woche eine Kerze mehr – je dunkler die Tage, desto heller der Kranz. Das schwedische Luciafest am 13. Dezember feiert die Lichterkönigin mit Kerzenkrone; im alten julianischen Kalender lag der 13. Dezember im Spätmittelalter nahe am kürzesten Tag. Und die Lichterketten in den Fenstern sind, ob wir daran denken oder nicht, die moderne Form eines sehr alten Wunsches: dem Dunkel etwas Licht entgegenzusetzen.
Rituale zur Wintersonnenwende: 7 Rituale für zu Hause
Wintersonnenwende feiern heißt nicht, ein großes Fest auszurichten. Die schönsten Rituale zur Wintersonnenwende sind einfach, brauchen wenig Material und passen in einen gewöhnlichen Montagabend – 2026 fällt die Sonnenwende ja auf einen Montag, um 21:50 Uhr. Wähle eines oder zwei aus; mehr braucht es nicht. Wer lieber still bleibt, ersetzt jedes Ritual durch eine kurze Meditation oder eine Yoga-Nidra-Übung (Yoga Nidra ist eine geführte Tiefenentspannung im Liegen).
1. Das Licht-Ritual: im Dunkeln beginnen, eine Kerze anzünden
Das bekannteste Ritual der Wintersonnenwende ist zugleich das einfachste. Schalte am Abend alle Lichter aus und sitze ein paar Minuten im Dunkeln – bewusst, ohne Handy. Spüre, wie die längste Nacht des Jahres sich anfühlt. Dann zünde eine einzelne Kerze an, am besten in einem feuerfesten Glas, und begrüße das Licht, das ab jetzt zurückkehrt. Manche zünden die Kerze genau zum Zeitpunkt der Sonnenwende an, 2026 also um 21:50 Uhr; andere lassen sie die ganze Nacht brennen, wie es alte Bräuche mit dem Julfeuer taten. Lass Kerzen nie unbeaufsichtigt brennen.
2. Jahresrückblick: Was hat das Jahr Dir gezeigt?
Nimm Dir ein Blatt Papier und beantworte drei Fragen: Was war in diesem Jahr gut? Was war schwer? Was habe ich gelernt? Schreib ohne zu korrigieren, zehn Minuten lang. Der kürzeste Tag eignet sich besonders für den Rückblick, weil er ein natürlicher Endpunkt ist: Das Licht hat seinen Tiefpunkt erreicht, und Du ziehst Bilanz, bevor es wieder aufwärts geht. Wer mag, nutzt dazu einen Satz pro Monat.
3. Loslassen: aufschreiben und verbrennen
Schreibe auf kleine Zettel, was Du nicht ins kommende Jahr mitnehmen willst – eine Gewohnheit, einen Groll, eine Sorge, ein Gefühl der Schuld. Lies jeden Zettel noch einmal, und verbrenne ihn dann in einer feuerfesten Schale oder im Kaminfeuer. Das Verbrennen ist symbolisch, aber es wirkt: Ein klarer Abschluss hilft dem Kopf, eine Sache als erledigt abzulegen. Wer kein offenes Feuer nutzen kann, zerreißt die Zettel und wirft sie weg. Das moderne Ritual der 13 Wünsche, das in den Rauhnächten folgt, arbeitet mit derselben Idee.
4. Den Sonnenaufgang am 22. Dezember begrüßen
Stell Dir für den Morgen nach der Wintersonnenwende den Wecker und schau Dir den ersten Sonnenaufgang des wachsenden Lichts an – in Berlin um 8:14 Uhr, in München um 8:01 Uhr, in Hamburg um 8:34 Uhr. Am besten draußen, mit einem warmen Getränk, an einem Ort mit freiem Blick nach Südosten. Das ist im Kleinen, was die Menschen in Newgrange vor 5.000 Jahren taten: dem Licht beim Zurückkommen zusehen.
5. Ein Spaziergang im Tageslicht
Nutze die wenigen hellen Stunden des kürzesten Tages für einen Spaziergang, möglichst am Vormittag. Achte auf das, was im Winter lebt: immergrüne Pflanzen, Vögel, die Farbe des Lichts. Das ist mehr als Romantik: Tageslicht ist, wie im Psychologie-Abschnitt beschrieben, der wichtigste Taktgeber der inneren Uhr – und im Winter bekommen die meisten Menschen davon viel zu wenig.
6. Immergrün, Julblock und Räuchern: das Haus vorbereiten
Hol Dir Tannenzweige, Efeu oder einen Mistelzweig ins Haus. Immergrüne Pflanzen symbolisieren im Winter das Leben, das weitergeht – daraus ist auch der Weihnachtsbaum geworden. Wer einen Kamin hat, kann nach altem Brauch einen großen Holzklotz anzünden, den Julblock oder Christklotz. Manche räuchern die Wohnung aus – zur Wintersonnenwende mit Tannenharz, Beifuß oder einer Räuchermischung, um das alte Jahr symbolisch aus dem Haus zu bringen; das Räuchern gehört traditionell vor allem in die Rauhnächte. Lüfte danach gut.
7. Eine Karte für das kommende Jahr ziehen
Wer mit Karten arbeitet, zieht zur Wintersonnenwende eine Karte oder legt eine kleine Legung mit drei Karten – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, oder in der Sprache der Sonnenwende: was geht, was bleibt, was kommt. Wie das mit Lenormandkarten geht, steht weiter unten. Die Karte ist kein Orakel, das Dir das Jahr vorhersagt, sondern ein Impuls, über das nachzudenken, was Du Dir für das neue Jahr wünschst.
Wintersonnenwende feiern: allein, zu zweit oder mit Kindern
Allein ist die Wintersonnenwende eine Zeit der Stille: Kerze, Rückblick, Tagebuch, früh schlafen. Zu zweit oder mit Freunden wird sie ein Fest der Wärme – ein gemeinsames Essen bei Kerzenlicht, jeder erzählt, was er loslassen will und was er sich wünscht. Mit Kindern lässt sich das Thema Licht wunderbar spielerisch feiern: eine Lichterspirale aus Teelichtern legen, die man von außen nach innen anzündet, Orangen mit Nelken spicken, den Sonnenuntergang beobachten und erklären, warum der Tag so kurz ist. Kinder verstehen das Bild sofort: Heute ist es am dunkelsten, ab morgen wird es heller.
Was die Psychologie zur Wintersonnenwende sagt
Die Wintersonnenwende ist ein astronomisches Ereignis, aber ihre Wirkung auf uns ist psychologisch. Drei Befunde sind dafür wichtig – und sie zeigen, warum die alten Bräuche um das Licht mehr Sinn ergeben, als man ihnen zutraut.
Licht stellt die innere Uhr – und im Winter fehlt es
Unser Körper hat eine innere Uhr, die Schlaf, Hormone, Körpertemperatur und Stimmung im Rhythmus von etwa 24 Stunden steuert. Ihr wichtigster Taktgeber ist das Licht. Die Chronobiologinnen Anna Wirz-Justice und Vivien Bromundt schreiben in einer Übersichtsarbeit zur Lichttherapie: „Das Tageslicht ist der wichtigste Zeitgeber“ für die innere Uhr. Morgenlicht verschiebt sie nach vorn, sodass wir abends früher müde und morgens früher wach werden; das Hormon Melatonin, das nachts gebildet wird, signalisiert dem Körper Dunkelheit. Das Problem des Winters ist nicht nur die Dauer des Tages, sondern die Helligkeit: In Wohnzimmern werden im Schnitt rund 200 Lux gemessen, eine biologisch wirksame Lichtmenge beginnt erst bei etwa 1.000 Lux. Draußen ist es selbst an einem bedeckten Wintertag deutlich heller als drinnen, und eine halbe Stunde Spaziergang am Morgen war in einer Studie, die die Autorinnen anführen, ähnlich wirksam wie eine Lichttherapielampe. Ein täglicher Spaziergang am Vormittag ist deshalb eines der einfachsten Dinge, die Du im Dezember für Körper und Geist tun kannst.
Winterblues oder Winterdepression?
Dass die Stimmung im Dezember sinkt, Antrieb und Schlafbedürfnis sich verändern, kennen viele: der Winterblues. Davon zu unterscheiden ist die saisonal abhängige Depression, auch Winterdepression genannt – eine Form der Depression, die nach dem US-amerikanischen National Institute of Mental Health Jahr für Jahr zur selben Jahreszeit wiederkehrt und über Monate anhält. Typisch für das Wintermuster sind neben gedrückter Stimmung vermehrtes Schlafen, Heißhunger vor allem auf Kohlenhydrate und sozialer Rückzug. Behandelt wird sie unter anderem mit Lichttherapie: täglich etwa 30 Minuten vor einer sehr hellen Lampe mit rund 10.000 Lux, meist am Morgen. Wenn Du merkst, dass die dunkle Jahreszeit Dich nicht nur müde, sondern über Wochen niedergeschlagen macht, sprich mit Deiner Hausärztin oder Deinem Hausarzt – das ist gut behandelbar, und eine Kerze zur Sonnenwende ersetzt keine Behandlung. Wer in einer Krise steckt, findet bei der Telefonseelsorge rund um die Uhr kostenlos Hilfe: 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123.
Warum Rituale an Wendepunkten helfen
Der Ethnologe Arnold van Gennep hat 1909 die Übergangsriten beschrieben: Rituale, mit denen Menschen in allen Kulturen Schwellen markieren – Geburt, Hochzeit, Tod, aber auch Jahreswechsel. Sie haben fast immer drei Phasen: Abschied vom Alten, eine Zwischenzeit und den Eintritt ins Neue. Die Wintersonnenwende mit den anschließenden Rauhnächten folgt genau diesem Muster. Dass solche Rituale tatsächlich etwas bewirken, zeigt die experimentelle Psychologie: Die Harvard-Forscher Michael Norton und Francesca Gino fanden 2014 in mehreren Experimenten, dass Rituale nach Verlusten die Trauer verringern – weil sie das Gefühl zurückgeben, die Situation unter Kontrolle zu haben. Bemerkenswert: Der Effekt trat auch bei Menschen auf, die nicht an die Wirkung von Ritualen glaubten. Ein Ritual zur Wintersonnenwende muss also nicht magisch sein, um zu wirken. Es reicht, dass es einen Übergang sichtbar macht.
Das Dunkel darf sein
Und noch etwas sagt die Wintersonnenwende, das in einer Zeit ständiger Helligkeit leicht vergessen wird: Es ist in Ordnung, im Winter langsamer zu sein. Mehr Schlaf, weniger Termine, mehr Rückzug – das ist kein Versagen, sondern ein Rhythmus, den die Natur vormacht. Die Zeit zwischen Wintersonnenwende und Neujahr ist für viele Menschen die einzige Phase im Jahr, in der Stille überhaupt möglich ist. Wer sie nutzt, um innezuhalten, statt sie mit Programm zu füllen, startet oft ausgeruhter ins neue Jahr.
Die Wintersonnenwende in den Lenormandkarten: die Sonnwend-Legung
Die Lenormandkarten kennen keine Sonnwendkarte, aber einige Karten tragen das Thema der Wintersonnenwende – Dunkel, Wendepunkt, Wiederkehr des Lichts – besonders deutlich:
| Lenormandkarte | Bedeutung zur Wintersonnenwende | Kombinationen |
| Sonne (31) | Das zurückkehrende Licht, Kraft, Zuversicht, Erfolg im kommenden Jahr | Sonne + Kind: ein Neuanfang voller Licht · Sonne + Anker: Zuversicht, die bleibt |
| Sterne (16) | Die lange Nacht, Orientierung, Hoffnung, Wünsche | Sterne + Sonne: ein Wunsch geht in Erfüllung · Sterne + Wege: ein klarer Plan |
| Mond (32) | Einkehr, Gefühl, Intuition, die Zeit der Stille | Mond + Buch: eine leise Ahnung · Mond + Schlüssel: eine Eingebung, die trägt |
| Schlüssel (33) | Der Wendepunkt, die Tür ins neue Jahr, Gewissheit | Schlüssel + Kind: der richtige Neuanfang · Schlüssel + Sonne: die Lösung ist hell |
| Sarg (8) | Das Ende des alten Jahres, Loslassen, Ruhe vor dem Neubeginn | Sarg + Kind: Ende und Neuanfang · Sarg + Sonne: nach dem Dunkel das Licht |
| Kind (13) | Das neugeborene Licht, Neubeginn, Unbefangenheit | Kind + Sterne: ein neuer Wunsch · Kind + Baum: etwas, das langsam wachsen darf |
Die Sonnwend-Legung mit drei Karten
Die Sonnwend-Legung ist eine kleine Dreierlegung, die genau das Bild der Wintersonnenwende nachzeichnet. Du kannst sie am Abend des 21. Dezember legen, zur Uhrzeit der Sonnenwende oder am Morgen danach. Mische die Karten, denk an das zu Ende gehende Jahr und lege drei Karten von links nach rechts:
- Das Dunkel: Was hat mich in diesem Jahr Kraft gekostet – und was darf ich jetzt loslassen?
- Der Wendepunkt: Was hält mich gerade, was trage ich durch die längste Nacht?
- Das wiederkehrende Licht: Was will im kommenden Jahr wachsen?
Ein Beispiel: Wolken – Anker – Sonne. Die Wolken erzählen von einem Jahr voller Unklarheit; der Anker zeigt, was trotzdem trägt – Beständigkeit, vielleicht eine Arbeit oder ein Mensch, auf den Verlass war; die Sonne sagt, was kommen darf: Kraft und Zuversicht. Gelesen als Satz: Nach einem unklaren Jahr trägt Dich, was beständig ist, ins Licht. Lies die drei Karten immer zuerst als Satz und erst dann einzeln, so wie es in der Lenormand-Deutung üblich ist.
Wer lieber jede Nacht eine Karte zieht, nutzt die Tageskarte und beginnt damit am 21. Dezember – in der Thomasnacht, mit der eine ältere Zählung die Rauhnächte beginnen lässt. Für einen Blick auf alle zwölf Monate eignet sich die Jahreslegung, die viele in den Rauhnächten legen; und wer an Silvester ein weiteres Orakel sucht, findet beim Bleigießen eine Figurenliste und ein kleines Silvester-Orakel. Warum eine Karte helfen kann, obwohl sie nichts weiß, erklärt der Beitrag Warum Kartenlegen wirkt.
Wintersonnenwende und Sommersonnenwende im Vergleich
| Wintersonnenwende | Sommersonnenwende | |
| Datum | 21. oder 22. Dezember; 2026 am 21. Dezember, 21:50 Uhr MEZ | 20. bis 21. Juni; 2027 am 21. Juni, 16:10 Uhr MESZ |
| Nordhalbkugel | Kürzester Tag, längste Nacht | Längster Tag, kürzeste Nacht |
| Sonnenstand | Tiefster Mittagsstand, Sonne über dem südlichen Wendekreis | Höchster Mittagsstand, Sonne über dem nördlichen Wendekreis |
| Jahreszeit | Beginn des astronomischen Winters | Beginn des astronomischen Sommers |
| Feste und Bräuche | Julfest, Yule, Thomasnacht, Lichterbräuche, Weihnachten | Sonnwendfeuer, Johannisnacht (24. Juni), Johanniskraut sammeln |
| Symbolik | Wiedergeburt des Lichts, Einkehr, Neubeginn | Höhepunkt des Lichts, Fülle, Wendepunkt zur dunklen Jahreshälfte |
Beide Sonnenwenden sind Wendepunkte, aber in entgegengesetzter Richtung: Im Sommer ist der Höhepunkt des Lichts zugleich der Beginn seines Rückgangs, im Winter ist der Tiefpunkt der Beginn der Wiederkehr. Viele Menschen, die den Jahreskreis feiern, verbinden die beiden Feste bewusst – im Sommer die Fülle feiern, im Winter das, was durch das Dunkel trägt.
Fazit: Die Wintersonnenwende ist der Wendepunkt, an dem das Licht zurückkehrt
Die Wintersonnenwende 2026 fällt auf Montag, den 21. Dezember, um 21:50 Uhr MEZ. Es ist der kürzeste Tag und die längste Nacht des Jahres – und zugleich der Moment, ab dem es heller wird. Diesen Wendepunkt haben Menschen schon in der Jungsteinzeit in Stein gebaut, in Rom als Geburtstag der Sonne gefeiert, im Norden als Jul begangen und mit Weihnachten in die christliche Zeit übernommen. Vieles, was heute als uralt gilt, ist neu; der Kern ist alt und wahr: Das Dunkel hat einen tiefsten Punkt, und danach kommt das Licht zurück.
Was das für Dich heißt: Nimm Dir am 21. Dezember eine halbe Stunde. Mach das Licht aus, zünde eine Kerze an, schreib auf, was Du loslassen willst, und überlege, was im neuen Jahr wachsen soll. Geh am nächsten Morgen hinaus und schau der Sonne beim Aufgehen zu. Mehr braucht die Wintersonnenwende nicht – und drei Tage später beginnen die Rauhnächte.
Häufige Fragen zur Wintersonnenwende
Wann ist die Wintersonnenwende 2026?
Am Montag, dem 21. Dezember 2026, um 21:50 Uhr MEZ (20:50 Uhr UTC). Der 21. Dezember ist damit der kürzeste Tag des Jahres, die Nacht vom 21. auf den 22. Dezember die längste Nacht.
Ist die Wintersonnenwende immer am 21. Dezember?
Nein. Sie fällt derzeit je nach Jahr auf den 21. oder den 22. Dezember, weil das Kalenderjahr nicht genau so lang ist wie das Sonnenjahr und die Schaltjahre das nur im Mittel ausgleichen. 2025 und 2026 liegt sie am 21. Dezember, 2027 am 22. Dezember.
Was ist die Wintersonnenwende einfach erklärt?
Der Moment, in dem die Sonne ihren tiefsten Stand im Jahr erreicht. Weil die Erdachse geneigt ist, ist die Nordhalbkugel im Dezember von der Sonne abgewandt; zur Wintersonnenwende ist das am stärksten. Danach wendet sich die Sonne und steigt wieder höher – die Tage werden länger.
Ab wann werden die Tage wieder länger?
Ab dem 22. Dezember. Anfangs sind es nur Sekunden pro Tag, bis zum 1. Januar etwa 6 Minuten, bis Ende Januar rund eine Stunde mehr Tageslicht. Am Morgen bleibt es allerdings noch bis etwa zum Jahresende länger dunkel; die Helligkeit kehrt zuerst am Abend zurück.
Was ist die Bedeutung der Wintersonnenwende?
Sie ist der Wendepunkt im Jahr des Lichts: Das Dunkel erreicht seinen tiefsten Punkt, danach beginnt die Wiederkehr der Sonne. Deshalb steht sie in vielen Kulturen für Wiedergeburt, Hoffnung und Neubeginn. Spirituell gilt sie als Zeit der Stille und Einkehr, in der man das alte Jahr würdigt und loslässt.
Welche spirituelle Bedeutung hat die Wintersonnenwende?
Spirituell verbindet die Wintersonnenwende zwei Bewegungen: Rückzug in die Dunkelheit und Neubeginn mit dem zurückkehrenden Licht. Viele nutzen sie für Rückblick, Loslassen und Wünsche für das kommende Jahr – als Auftakt zu den Rauhnächten.
Was macht man an der Wintersonnenwende?
Typische Rituale zur Wintersonnenwende sind: im Dunkeln sitzen und eine Kerze anzünden, einen Jahresrückblick schreiben, Zettel mit dem verbrennen, was man loslassen will, den Sonnenaufgang am Morgen danach begrüßen, immergrüne Zweige ins Haus holen und eine Karte für das kommende Jahr ziehen.
Was ist Yule?
Yule ist der englische Name des Julfests. Historisch ist ein germanisch-skandinavisches Mittwinterfest belegt, dessen genauer Termin unsicher ist; der Name lebt im skandinavischen Wort für Weihnachten (jul) weiter. Heute feiern vor allem Neuheiden und die Wicca-Religion Yule zur Wintersonnenwende als eines der acht Feste des Jahreskreises.
Was hat die Wintersonnenwende mit Weihnachten zu tun?
Weihnachten liegt in derselben Zeit und nutzt dasselbe Bild: Christus als Licht, das in der dunkelsten Zeit des Jahres geboren wird. Im römischen Kalender war der 25. Dezember der Tag der Wintersonnenwende und ein Fest des Sonnengottes; ob Weihnachten deshalb auf dieses Datum gelegt wurde, ist in der Forschung umstritten.
Was ist die Thomasnacht?
Die Nacht vom 20. auf den 21. Dezember vor dem Tag des Apostels Thomas. Im Volksglauben galt sie als längste Nacht und als Losnacht mit Orakelbräuchen, etwa um den künftigen Partner im Traum zu sehen. Nach einer älteren Zählung beginnen mit ihr die Rauhnächte.
Wann beginnt der Winter: am 1. Dezember oder an der Wintersonnenwende?
Beides ist richtig. Der meteorologische Winter beginnt am 1. Dezember, der astronomische (kalendarische) Winter mit der Wintersonnenwende am 21. Dezember 2026.
Wie lange ist es am kürzesten Tag in Deutschland hell?
Am 21. Dezember 2026 zwischen 7 Stunden 13 Minuten in Flensburg und 8 Stunden 21 Minuten in München; in Berlin sind es 7 Stunden 39 Minuten, in Frankfurt am Main 8 Stunden 3 Minuten.
Welche Lenormandkarte passt zur Wintersonnenwende?
Die Sonne (31) für das zurückkehrende Licht, die Sterne (16) für die lange Nacht und die Hoffnung, der Mond (32) für Einkehr. Für eine kleine Sonnwend-Legung ziehst Du drei Karten: das Dunkel, den Wendepunkt und das wiederkehrende Licht.
Mehr zur stillen Zeit des Jahres: Rauhnächte 2026/27, Geisterstunde und Geisternächte, Bleigießen an Silvester, Jahreslegung und Affirmationen für das neue Jahr. Alle Beiträge zu Ritualen, Jahreskreis und Spiritualität findest Du im Spiritualitäts-Bereich.

Damian Garrett
Legt seit 2005 die Lenormandkarten. Autor des Lenormand-Praxisbuchs und Entwickler eines eigenen Systems zur Deutung der Kartenkombinationen. Hauptberuflich in der psychologischen Lehre und Forschung. → Mehr über den Autor
















